Aus­bil­dungs­zu­schüs­se, eine wich­ti­ge Mög­lich­keit zur Finan­zie­rung einer Berufs­aus­bil­dung

Die Aus­bil­dungs­zu­schüs­se sind eine Arbeit­markt­mass­nah­me, die für Stel­len­su­chen­de ab 25 Jahren die Finan­zie­rung einer Berufs­leh­re ermög­li­ch. Die zustän­di­ge Abtei­lung des AWA Zürich hat uns eine Ana­ly­se ihrer Tätig­keit in diesem Bereich ermög­licht.

Im Kanton Solo­thurn werden die Gesuch­stel­ler im Auf­trag der Behör­de von «Step4″ beglei­tet, vgl. unse­ren Bericht dazu und die Prä­sen­ta­ti­on als Mass­nah­me im Rahmen der Fach­kräft­e­initia­ti­ve

Lehr­stel­len­bör­se für Erwach­se­ne lan­ciert

Das RAV Zürich Staf­fel­stras­se setzt sich sehr für die län­ger­fris­ti­ge Aus­bil­dung von Stel­len­lo­sen ohne Berufs­aus­bil­dung ein. Am 16. Juni 2016 führte es eine «Lehr­stel­len­bör­se» durch. Fünf­zig Stel­len­lo­se aus ver­schie­de­nen Quar­tie­ren der Stadt nahmen teil, wei­te­re muss­ten aus Platz­grün­den abge­wie­sen werden.

In zwei kurzen Refe­ra­ten wurde vor­er­st über Aus­bil­dungs­zu­schüs­se und den Zür­cher Aus­bil­dungs­ver­bund BVZ ori­en­tiert. Bei einem Apero konn­ten sich dann (Lehr)Stellensuchende und Arbeit­ge­ber kennen lernen. Acht KMU waren ver­tre­ten, dar­un­ter drei aus dem Gastro­be­reich. Dazu gab es Info­stän­de des Lauf­bahn­zen­trums Zürich und des BVZ zur Nach­hol­bil­dung, die auf sehr gros­ses Inter­es­se sties­sen.

Ange­sichts des gros­sen Inter­es­se sei­tens der Stel­len­lo­sen soll der Anlass wie­der­holt werden. Wünsch­bar wäre, dass sich auch einige grös­se­re Unter­neh­men betei­li­gen würden.

Infor­ma­ti­ons­blatt

Aus­bil­dungzu­schüs­se nehmen kon­ti­nu­ier­li­ch zu - aber auf sehr tiefem Niveau

Aus­bil­dungs­zu­schüs­se (AZ) sind für Stel­len­lo­se, die bei einem RAV gemel­det sind, eine wert­vol­le, ja oft die ein­zi­ge Mög­lich­keit, eine Berufs­aus­bil­dung nach­zu­ho­len.

Die gute Nach­richt: Die Zahl der aus­ge­rich­te­ten Zuschüs­se nimmt lau­fend zu, von 541 im Jahr 2010 auf 752 im Jahr 2015, vgl. hier. (Zür­cher Zahlen, ergänzt durch Sta­tis­tik der AZ für ganze Schweiz)

Die schlech­te Nach­richt: Ihre Zahl ist nach wie vor ver­schwin­dend klein:
2015 zählte das seco in der Schweiz durch­schnitt­li­ch 142’000 regis­trier­te Arbeits­lo­se. Davon waren zwi­schen 26’700 und 31500 ohne Abschluss und zwi­schen 25 und 49 Jahre alt. Es gehör­ten also rund 30’000 Per­so­nen zur Gruppe, die für das Nach­ho­len eines Berufs­ab­schlus­ses beson­ders in Frage kommen. Selbst wenn man damit nur von den in einem bestimm­ten Zeit­punkt regis­trier­ten Arbeits­lo­sen aus­geht, bezo­gen nur 2.5 Pro­zent von ihnen einen Aus­bil­dungs­zu­schuss. Die Wahr­schein­lich­keit, dass 2015 jemand in dieser Alters­grup­pe die Mög­lich­keit bekommt, erst­mals einen Abschluss zu erwer­ben und damit aus dem Teu­fels­kreis von Arbeits­lo­sig­keit und pre­kä­ren Arbeits­ver­hält­nis­sen her­aus­zu­kom­men, lag somit unter 1 Pro­zent.