Auch in diesem Blog eine Mel­dung wert: Pen­sio­nie­rung von Gré­go­ire Evéquoz

Nach 28 Jahren im Office pour l’orientation, la for­ma­ti­on pro­fes­si­onnel­le et con­ti­nue Genève (OFPC) lässt sich dessen Leiter, Gré­go­ire Evéquoz, pen­sio­nie­ren. (Bericht)

Die Berufs­bil­dung für Erwach­se­ne gehört zu den Berei­chen, die Gré­go­ire Evéquoz wich­ti­ge Initia­ti­ven zu ver­dan­ken haben.

Untere ande­rem hat er das Centre de Bilanz Genève (CEBIG) und dessen Ange­bot, die «Bilans de com­pé­ten­ces», auf­ge­baut. Er hat damit Model­le aus Frank­reich und Québec Schwei­zer Ver­hält­nis­sen ange­passt und pri­va­ten Initia­ti­ven die nötige Durch­schlags­kraft gege­ben. Vor allem aber ist der Gedan­ke der Bilan­zie­rung von Kom­pe­ten­zen als Basis für den Aufbau der Vali­die­rung zu betrach­ten, wie auch sein Ein­satz bei der Grün­dung und Lei­tung des Ver­eins Valida zeigt.

Wei­te­re wich­ti­ge Anstös­se im Bereich der Berufs­bil­dung für Erwach­se­ne, an denen Evéquoz min­des­tens mit­ge­wirkt hat, sind die Schaf­fung des Cité des Métiers Genève und der Aufbau eines modu­la­ren Wei­ter­bil­dungs­an­ge­bots, unter ande­rem 2007-2013 im Rahmen des INTER­REG-Pro­jekts FTLV-fran­ce­su­is­se und in der Cité des Métiers.

Wenn heute der Kanton Genf schweiz­weit füh­rend bei der Zahl der geför­der­ten Erwach­se­nen ist (Abschlüs­se 2015) und auch bezüg­li­ch der Model­le zu deren För­de­rung Vor­bild sein kann, dann hat das viel mit Evéquoz als krea­ti­vem Men­schen und cha­ris­ma­ti­schem Leiter seiner Mit­ar­bei­ten­den zu tun.

Modu­la­re Aus­bil­dung im Ver­kauf für Junge Erwach­se­ne

Im Rahmen des EU-Pro­gramms «Leo­nar­do da Vinci» wurde eine Aus­bil­dung für junge Erwach­se­ne ohne Abschluss ent­wi­ckelt, in deren Rahmen ihnen ein Abschluss im Detail­han­del ver­mit­telt werden soll. Sei­tens der Schweiz haben sich der SVEB und ver­schie­de­ne Orga­ni­sa­tio­nen aus dem Tessin betei­ligt. Dort soll diese Aus­bil­dung ab Januar 2016 rea­li­siert werden, unter­stützt von der IV. (cfp-ocst)

Wie die Dar­stel­lung (Auszug aus der Prä­sen­ta­ti­on vom 14. Okto­ber 2015) zeigt, beginnt die «Second Chance» genann­te Aus­bil­dung mit einer sechs Monate dau­ern­den schu­li­sch orga­ni­sier­ten Basis­aus­bil­dung mit Übungs­la­den («Nego­zio-scuio­la»), gefolgt von einer betrieb­li­ch orga­ni­sier­ten, zwei­jäh­ri­gen beruf­li­chen Grund­bil­dung, modu­lar orga­ni­siert.

Vgl. auch Bed­narz Furio (2015): Second Chance - dare oppor­tu­ni­tà ai gion­va­ni a rischio di esclu­sio­ne socia­le. IN: EP 2015-3, 30-32.

Die Uhren­in­dus­trie bietet seit Jahren ein modu­la­res System an.

Die Uhren­in­dus­trie gehört zu den Bran­chen, die sich früh sys­te­ma­ti­sch mit der Aus­bil­dung von Erwach­se­nen beschäf­tigt haben. Seit 1994 tun sie dies mit einem modu­la­ren Pro­gramm, das zudem heute gestuft zu einem Eidg. Berufs­at­test und später zum Fähig­keits­zeug­nis führt:

Uhrenindustrie_cip

Mehr dazu in unse­rem Bericht über das dies­bzüg­li­che Ange­bot des cip in Tra­me­lan und bei der zustän­di­gen Orga­ni­sa­ti­on der Arbeits­welt, dem Con­ven­ti­on patro­na­le de l’industrie hor­lo­gè­re suisse

Öster­reich: «Du kannst was!»

In Ober­ös­ter­reich wurde unter diesem Titel von den Sozi­al­part­nern in Zusam­men­ar­beit mit dem Land ein Modell zum Vali­die­ren von beruf­li­chen Kom­pe­ten­zen ent­wi­ckelt, «Du kannst was!» Ent­spre­chen­de Ange­bo­te gibt es heute für zwölf Berufe, zwei wei­te­re Bun­des­län­der haben das Modell über­nom­men, die Akzep­tanz in der Wirt­schaft ist gross, das Inter­es­se am Modell beein­dru­ckend, vgl. unsere Dar­stel­lung.