Schrift­li­che Anfra­ge (Kt. Basel-Stadt) zu den Erfah­run­gen mit «Enter – vom Bitt­gang zum Bil­dungs­gang»

Pascal Pfis­ter ersucht am 6. Febru­ar 2017 um Aus­kunft über die Erfah­run­gen mit dem Pro­jekt «Enter – vom Bitt­gang zum Bil­dungs­gang» (17.5048.01) Die Ant­wort des Regie­rungs­rats ist noch nicht elek­tro­ni­sch ver­füg­bar.

Motion (NR) För­de­rung der Grund­kom­pe­ten­zen bei älte­ren Arbeit­neh­men­den

Der Bun­des­rat soll beauf­tragt werden, Mass­nah­men zu ergrei­fen, damit die Kan­to­ne die Grund­kom­pe­ten­zen älte­rer Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mer för­dern und die über das WeBiG dafür vor­ge­se­he­nen Gelder beim Bund abho­len. (Motion, Mat­thi­as Aebi­scher und Mit­un­ter­zeich­nen­de, 15.12.16, Geschäft 16.4077)

Update 2.2.17:
In seiner Stel­lung­nah­me vom 1. Febru­ar weist der Bun­des­rat darauf hin, dass die Schweiz im Quer­ver­gleich mit den OECD-Staa­ten bei älte­ren Per­so­nen eine der höchs­ten Erwerbs­tä­ti­gen­quo­ten auf­weist und auch eine beson­ders hohe Teil­nah­me von älte­ren Arbeit­neh­men­den an Wei­ter­bil­dung ver­zeich­net. Er sei sich auch den spe­zi­fi­schen Her­aus­for­de­run­gen älte­rer Arbeit­neh­men­der bewusst. In diesem Rahmen werde auch die För­de­rung von Grund­kom­pe­ten­zen the­ma­ti­siert. Im Rahmen der Umset­zung des Wei­ter­bil­dungs­ge­set­zes enga­gie­re sich der Bund gemein­sam mit den Kan­to­nen für den Erwerb und Erhalt von Grund­kom­pe­ten­zen Erwach­se­ner.
Auf­grund der lau­fen­den Arbei­ten erach­tet der Bun­des­rat das Anlie­gen des Motio­närs als erfüllt und bean­tragt darum die Ableh­nung der Motion.

Motion (NR) Sti­pen­dien- und Dar­le­hens­sys­tem für Wei­ter­bil­dungs­mass­nah­men älte­rer Arbeit­neh­men­den

Mit dieser Motion soll der Bun­des­rat beauf­tragt werden, das Sti­pen­dien- und Dar­le­hens­sys­tem für ältere Arbeit­neh­men­de aus­zu­bau­en. (Motion, Mat­thi­as Aebi­scher und Mit­un­ter­zeich­nen­de, 15.12.17, Geschäft 16.4076)

Update 2. 2. 17:
In seiner Stel­lung­nah­me vom 1. Febru­ar weist der Bun­des­rat darauf hin, dass die Schweiz im Quer­ver­gleich mit den OECD-Staa­ten bei älte­ren Per­so­nen eine der höchs­ten Erwerbs­tä­ti­gen­quo­ten auf­weist und auch eine beson­ders hohe Teil­nah­me von älte­ren Arbeit­neh­men­den an Wei­ter­bil­dung ver­zeich­net. Er sei sich auch den spe­zi­fi­schen Her­aus­for­de­run­gen älte­rer Arbeit­neh­men­der bewusst und habe darum u.a. das WBF beauf­tragt, bis Ende April 2017 Kon­zep­te für eine all­fäl­li­ge finan­zi­el­le Unter­stüt­zung von Wei­ter­bil­dun­gen zu ent­wi­ckeln, für gering­qua­li­fi­zier­te Erwerbs­tä­ti­ge und ins­be­son­de­re ältere Arbeit­neh­men­de. Das Instru­ment «Sti­pen­dien und Dar­le­hen» werde aller­dings nicht wei­ter­ver­folgt, da damit die Arbeits­markt­re­le­vanz nicht opti­mal sicher­ge­stellt werden könne und es zudem wei­test­ge­hend in die Zustän­dig­keit der Kan­to­ne falle.
Auf­grund der lau­fen­den Arbei­ten erach­tet der Bun­des­rat das Anlie­gen des Motio­närs als erfüllt und bean­tragt des­halb die Ableh­nung der Motion.

Pos­tu­lat (NR) Wei­ter­bil­dungs­fonds für ältere Arbeit­neh­men­de

Mit diesem Pos­tu­lat soll der Bun­des­rat beauf­tragt werden, Mass­nah­men und Finan­zie­rungs­in­stru­men­te zur Unter­stüt­zung der Wei­ter­qua­li­fi­zie­rung und der Wei­ter­bil­dung älte­rer Arbeits­kräf­te zu prüfen, wie zum Bei­spiel die För­de­rung von Wei­ter­bil­dungs­fonds, welche Unter­neh­men für ihre Wei­ter­bil­dungs­kos­ten eine gewis­se Ent­las­tung bieten. (Pos­tu­lat von Bea Heim und Mit­un­ter­zeich­nen­den, 15.12.17, Geschäft 16.4058)

Update 2.2.17:
In seiner Stel­lung­nah­me vom 1. Febru­ar weist der Bun­des­rat darauf hin, dass die Schweiz im Quer­ver­gleich mit den OECD-Staa­ten bei älte­ren Per­so­nen eine der höchs­ten Erwerbs­tä­ti­gen­quo­ten auf­weist und auch eine beson­ders hohe Teil­nah­me von älte­ren Arbeit­neh­men­den an Wei­ter­bil­dung ver­zeich­net. Er sei sich auch den spe­zi­fi­schen Her­aus­for­de­run­gen älte­rer Arbeit­neh­men­der bewusst und habe darum u.a. das WBF beauf­tragt, bis Ende April 2017 Kon­zep­te für eine all­fäl­li­ge finan­zi­el­le Unter­stüt­zung von Wei­ter­bil­dun­gen zu ent­wi­ckeln, für gering­qua­li­fi­zier­te Erwerbs­tä­ti­ge und ins­be­son­de­re ältere Arbeit­neh­men­de. Es sollen gering­qua­li­fi­zier­te Erwerbs­tä­ti­ge und ins­be­son­de­re ältere Arbeit­neh­men­de anvi­siert werden.
Denk­ba­re Finan­zie­rungs­in­stru­men­te für die Erhö­hung der Wei­ter­bil­dungs­be­tei­li­gung können Bil­dungs­gut­schei­ne, Mass­nah­men der Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung sowie die von der Pos­tu­lan­tin vor­ge­schla­ge­nen Bran­chen­fonds sein. Ihr Ein­satz soll nun kon­kre­ti­siert werden.
Auf­grund der lau­fen­den Arbei­ten erach­tet der Bun­des­rat das Anlie­gen der Pos­tu­lan­tin als erfüllt und bean­tragt des­halb die Ableh­nung des Pos­tu­la­tes.

Motion (NR) Wei­ter­bil­dungs­of­fen­si­ve für ältere Arbeit­neh­men­de

Der Bun­des­rat soll beauf­tragt werden, eine Wei­ter­bil­dungs­of­fen­si­ve für ältere Arbeit­neh­men­de zu lan­cie­ren. Ziel sind die Erhal­tung der Arbeits­markt­fä­hig­keit, die Erhö­hung der Anzahl älte­rer qua­li­fi­zier­ter Fach­kräf­te im Arbeits­markt und die Ver­mei­dung unnö­ti­ger volks­wirt­schaft­li­cher Kosten. Die Offen­si­ve muss sich auf alle Qua­li­fi­ka­ti­ons­ni­veaus bezie­hen. (Motion Mar­ti­na Munz und Mit­un­ter­zeich­nen­de, 15.12.17, Geschäft 16.4057)

Update vom 2.2.17:
In seiner Stel­lung­nah­me vom 1. Febru­ar weist der Bun­des­rat darauf hin, dass die Schweiz im Quer­ver­gleich mit den OECD-Staa­ten bei älte­ren Per­so­nen eine der höchs­ten Erwerbs­tä­ti­gen­quo­ten auf­weist und auch eine beson­ders hohe Teil­nah­me von älte­ren Arbeit­neh­men­den an Wei­ter­bil­dung ver­zeich­net. Er sei sich auch den spe­zi­fi­schen Her­aus­for­de­run­gen älte­rer Arbeit­neh­men­der bewusst und habe darum ver­schie­de­ne Mass­nah­men ergrif­fen, u.a. auch Offen­si­ven und Kam­pa­gnen der betei­lig­ten Part­ner. Ins­be­son­de­re werde die Bedeu­tung von regel­mäs­si­gen Stand­ort­be­stim­mungs­ak­ti­vi­tä­ten her­vor­ge­ho­ben, die pass­ge­naue Mass­nah­men ermög­li­chen. Dies sei - im Unter­schied zu all­ge­mei­nen Offen­si­ven - gerade bei älte­ren Arbeit­neh­men­den erfolg­ver­spre­chend, da sie über indi­vi­du­el­le Erfah­run­gen und Kom­pe­ten­zen ver­fü­gen, auf die sich auf­bau­en lässt.
Auf­grund der lau­fen­den Arbei­ten erach­tet der Bun­des­rat das Anlie­gen des Motio­närs als erfüllt und bean­tragt des­halb die Ableh­nung der Motion.

Motion (Kt. Luzern): Nach­hol­bil­dung, Volks­schul­ab­schluss für Erwach­se­ne

Moni­que Frey und Mit­un­ter­zeich­nen­de ver­lang­ten am 31. Dezem­ber 2016 eine Anpas­sung des Volks­schul­ge­set­zes, damit ein Bil­dungs­an­ge­bot für Erwach­se­ne geschaf­fen wird, wel­ches berufs­be­glei­tend auf einen Volks­schul­ab­schluss vor­be­rei­tet, und ein Prü­fungs­ver­fah­ren auf­ge­baut wird, in wel­chem die Leis­tun­gen auf den ver­schie­de­nen Sekun­dar­schul­stu­fen gemes­sen werden können.

Vali­die­rungs­ver­fah­ren in der beruf­li­chen Grund­bil­dung: Leit­fa­den in der Anhö­rung

Der Leit­fa­den «Vali­die­rung von Bil­dungs­leis­tun­gen» in der beruf­li­chen Grund­bil­dung wurde im Rahmen des Pro­jek­tes Berufs­ab­schluss und Berufs­wech­sel für Erwach­se­ne des SBFI über­ar­bei­tet. Am 21. Dezem­ber 2016 gab das Staats­se­kre­ta­ri­at die über­ar­bei­te­te Fas­sung in die Anhö­rung. Stel­lung­nah­men sind bis 16. März 2017 ein­zu­rei­chen.
Die Unter­la­gen können von www​.sbfi​.admin​.ch/​v​e​r​n​e​h​m​l​a​s​s​ung her­un­ter­ge­la­den werden. Der neue Leit­fa­den soll auf 1.1. 2018 in Kraft gesetzt werden.

In der Ein­lei­tung des Leit­fa­dens wird die Revi­si­on wie folgt umschrie­ben: «Die vor­lie­gen­de Über­ar­bei­tung des Leit­fa­dens zur Vali­die­rung von Bil­dungs­leis­tun­gen in der beruf­li­chen Grund­bil­dung prä­zi­siert ins­be­son­de­re die recht­li­che Grund­la­ge, redu­ziert die Anzahl der Zusatz­do­ku­men­te und führt Rege­lun­gen für andere Qua­li­fi­ka­ti­ons­ver­fah­ren sowie ent­spre­chen­de Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen ein. Für die Umset­zung der Vali­die­rung von Bil­dungs­leis­tun­gen in den Kan­to­nen erge­ben sich im Ver­gleich zum Leit­fa­den vom Sep­tem­ber 2010 nur gering­fü­gi­ge Ände­run­gen.»

Der Aufbau der revi­dier­ten Fas­sung stimmt mit der Aus­ga­be 2010 über­ein, so dass ein Ver­gleich gut mög­li­ch ist. Er zeigt, dass ver­schie­de­ne Prä­zi­sie­run­gen aus den bis­he­ri­gen Zusatz­do­ku­men­ten in den Leit­fa­den über­nom­men wurden. Wei­ter­hin besteht das Vali­die­rungs­ver­fah­ren aus fünf Phasen, von denen die vierte als «Vali­die­rung» bezeich­net wird. Als Schwer­punkt wird Phase 2 «Bilan­zie­rung» bezeich­net, wobei her­vor­ge­ho­ben wird, dass die Bilan­zie­rung auch wert­voll ist, wenn kein Berufs­ab­schluss ange­strebt wird.

Der Leit­fa­den beschäf­tigt sich aus­schliess­li­ch mit der Aner­ken­nung vor­han­den Qua­li­fi­ka­ti­on. Die Ver­mitt­lung von Qua­li­fi­ka­tio­nen («ergän­zen­de Bil­dung») wird nur am Rande gestreift. Die Beglei­tung, deren Bedeu­tung ja immer mehr erkannt wird, beschränkt sich auf Unter­stüt­zung bei der Erstel­lung der Vali­die­rungs­dos­siers.

Die Arbei­ten am zwei­ten Leit­fa­den, Arbeits­ti­tel «Erwach­se­nen­ge­rech­tes Aus­bil­den und Prüfen», sind eben­falls weit fort­ge­schrit­ten; er soll dem­nächst in die Anhö­rung gehen.

Eine Motion (NR) ver­langt, dass Per­so­nen, die sich um Betag­te und Men­schen mit Behin­de­run­gen küm­mern, Qua­li­fi­zie­rungs­mög­lich­kei­ten erhal­ten.

Eine Motion von NR Pierre-André Page, SVP, ver­langt vom Bun­des­rat am 29.9.16, die nöti­gen Mass­nah­men zu tref­fen, damit Per­so­nen ohne aner­kann­te Aus­bil­dung, die für Betag­te und Men­schen mit Behin­de­run­gen arbei­ten, einer­seits berufs­be­glei­ten­de Aus­bil­dun­gen absol­vie­ren können und ande­rer­seits ihre beruf­li­chen Kom­pe­ten­zen aner­kannt und gerecht ent­löhnt werden. (Motion 16.3830)

Der Bun­des­rat bean­tragt die Ableh­nung der Motion mit fol­gen­der Begrün­dung (gekürzt):
Per­so­nen, die ihren Alltag der Betreu­ung und Pflege behin­der­ter oder betag­ter Per­so­nen widmen, leis­ten einen gros­sen Ein­satz für die Betrof­fe­nen und deren Ange­hö­ri­ge. Gleich­zei­tig ent­las­ten sie damit auch die pro­fes­sio­nel­le Pflege im Gesund­heits­we­sen. Der Bun­des­rat aner­kennt und hono­riert dieses Enga­ge­ment.
Die Mög­lich­keit, dass sich betrof­fe­ne Per­so­nen ihre infor­mell erwor­be­nen Kom­pe­ten­zen und Erfah­run­gen im Pflege- und Betreu­ungs­be­reich anrech­nen lassen, ist gege­ben: Die ange­mes­se­ne Anrech­nung von Pra­xis­er­fah­rung und Bil­dungs­leis­tun­gen, die aus­ser­halb übli­cher Bil­dungs­gän­ge erbracht wurden, ist mit Art. 9 Abs. 2 BBG grund­sätz­li­ch gewähr­leis­tet, sei es durch die Vali­die­rung, im Rahmen einer ver­kürz­ten beruf­li­che Grund­bil­dung und/​oder Gesu­che zur Dis­pen­sa­ti­on von Bil­dungs­leis­tun­gen in for­ma­len Bil­dungs­gän­gen (Prak­ti­ka, Unter­richt oder Prü­fun­gen) stel­len.
Weiter werden und der ganzen Schweiz mit der Aus­bil­dung zu «Pfle­ge­hel­fe­rin /​Pfle­ge­hel­fer SRK» eine Vor­be­rei­tung auf Auf­ga­ben in der Pflege und Betreu­ung behin­der­ter oder betag­ter Per­so­nen vor­be­rei­ten. Ver­schie­de­ne SRK-Kan­to­nal­ver­bän­de bieten zusätz­li­che Unter­stüt­zung an für Migran­tin­nen und Migran­ten, welche die oben erwähn­te Aus­bil­dung machen wollen, ins­be­son­de­re auch das SRK-Pilot­pro­jekt «Sesam», das von 2014 bis 2018 läuft.

Wei­te­re weist der Bun­des­rat auf den «Akti­ons­plan zur Unter­stüt­zung und Ent­las­tung von pfle­gen­den Ange­hö­ri­gen» hin. Er kommt zum Schluss: «Die aktu­el­len Rah­men­be­din­gun­gen zur Aus­bil­dung von pfle­gen­den und betreu­en­den Per­so­nen erfül­len die Anlie­gen des Motio­närs und werden zusätz­li­ch durch den Akti­ons­plan unter­stützt.» (Antrag des BR vom 09.11.2016)

Motion (NR): Feh­len­de Fach­kräf­te selber aus­bil­den statt Kon­tin­gen­te erhö­hen.

Die sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Frak­ti­on (Spre­che­rin Mar­ti­na Munz, NR) will den BR beauf­tra­gen, Mass­nah­men zu inten­si­vie­ren um die Aus- und Wei­ter­bil­dung von Fach­kräf­ten so vor­an­zu­trei­ben, dass die Abhän­gig­keit von gut qua­li­fi­zier­ten Fach­kräf­ten aus dem Aus­land mit­tel­fris­tig redu­ziert werden kann. Dabei gilt ein beson­de­res Augen­merk der Unter­stüt­zung der Kan­to­ne bei der Qua­li­fi­zie­rung von gering qua­li­fi­zier­ten Per­so­nen.(Motion 16.3729 28.9.16).
Der BR weist in seiner Stel­lung­nah­me vom 9.11.16 darauf hin, dass rund 85% der Dritt­staa­ten­an­ge­hö­ri­gen, die zu einer kon­tin­gen­tier­ten Erwerbs­tä­tig­keit zuge­las­sen werden, über einen Ter­tiär­ab­schluss ver­fü­gen und vor­wie­gend in Berufs­fel­dern mit Fach­kräf­te­man­gel zum Ein­satz gelan­gen. Er listet weiter die in letz­ter Zeit getrof­fe­nen Mass­nah­men auf und äus­sert der Mei­nung, dass zuerst die Resul­ta­te der bereits lan­cier­ten Mass­nah­men abzu­war­ten seien, bevor neue Mass­nah­men ange­stos­sen werden. Des­halb bean­tragt er die Ableh­nung der Motion.

Der Genfer Rech­nungs­hof beschäf­tigt sich mit «Qua­li­fi­ca­ti­on+», dem ein­drück­li­chen Genfer Ange­bot für die Nach­hol­bil­dung.

Gemäss den Bestim­mun­gen im Wei­ter­bil­dungs­ge­setz des Kan­tons Genf hat der Rech­nungs­hof (Cour des comp­tes) im Auf­trag des Regie­rungs­ra­tes alle vier Jahre die Ver­ga­be von Bil­dungs­gut­schei­nen zu eva­lu­ie­ren. 2014 wurde er beauf­tragt, u.a. das Ver­hält­nis zwi­schen den Bil­dungs­gut­schei­nen und ande­ren Mass­nah­men zur Qua­li­fi­zie­rung von Erwach­se­nen zu prüfen.

Im Rahmen einer umfas­sen­den Eva­lua­ti­on ent­stand eine aus­führ­li­che Dar­stel­lung und eine Ana­ly­se des Ange­bots des Berufs­bil­dungs- und Berufs­be­ra­tungs­am­tes des Kan­tons Genf (OFPC), mit dem Erwach­se­ne beim Erwerb eines Abschlus­ses der Sekun­dar­stu­fe II geför­dert werden.

Von dem unter der Bezeich­nung «Qua­li­fi­ca­ti­on+» bekann­te Ange­bot haben 2014 über 1000 Per­so­nen Gebrauch gemacht. 2015 haben 397 Per­so­nen ab 25 Jahren via Vali­die­rung oder direk­tem Zugang zum Qua­li­fi­ka­ti­ons­ver­fah­ren einen Abschluss erwor­ben, mehr als in jedem andern Kanton der Schweiz. (Sta­tis­tik)

Qua­li­fi­ca­ti­on+ wurde im Buch «Berufs­bil­dung für Erwach­se­ne in der Schweiz», Kapi­tel 7.6, kurz beschrie­ben, und unsere Dar­stel­lung hier gibt einen Über­bli­ck. Der 150 Seiten umfas­sen­de Eva­lua­ti­ons­be­richt des Cour des comp­tes geht ins Details und stellt damit eine wich­ti­ge Ergän­zung dar, wenn man dieses in der Schweiz ein­ma­li­ge Qua­li­fi­zie­rungs­an­ge­bot näher kennen lernen will.

Inter­pel­la­ti­on (NR): Eine rich­ti­ge Berufs­leh­re von drei bis vier Jahren Dauer für Flücht­lin­ge

NR Isa­bel­le Moret (FDP, VD) weist auf die posi­ti­ven Erfah­run­gen mit der Berufs­bil­dung hin und erkun­digt sich, ob nicht eine 3 bis 4 Jahre dau­ern­de Berufs­leh­re geschaf­fen werden sollte, die auf die Situa­ti­on der Flücht­lin­ge (oft höhe­res Alter, man­geln­de Schul­bil­dung und Spra­chen­kennt­nis­se) aus­ge­rich­tet ist. (Inter­pel­la­ti­on 16.3614)

Gros­ser Rat Basel-Stadt: För­de­rung der Nach­hol­bil­dung

Fran­zis­ka Rein­hart und Mit­un­ter­zeich­nen­de ver­wei­sen auf die Anstren­gun­gen zur För­de­rung der Berufs­ma­tu­ri­tät und fragen am 29. Juni 2016 den Regie­rungs­rat:
1. Welche Ange­bo­te für Nach­hol­bil­dung das Berufs­bil­dungs­ge­setz zulässt und welche ent­spre­chen­den Möglichkeiten im Kanton Basel-Stadt dafür bereits bestehen.
2. Ob er bereit ist, die Nach­hol­bil­dung im Kanton Basel-Stadt zu fördern, ins­be­son­de­re auch auf diese Möglichkeit mit ver­mehr­ter Öffentlichkeitsarbeit auf­merk­sam zu machen.
3. Ob er bereit ist, das Ange­bot an den Berufs­schu­len mit spe­zi­fi­schen Klas­sen für Nach­hol­bild­ner zu erwei­tern und ins­be­son­de­re auch spe­zi­fi­sche Deutsch­kur­se für fremd­spra­chi­ge Ein­stei­ge­rin­nen in die Nach­hol­bil­dung anzu­bie­ten.
4. Welche finan­zi­el­len Mittel zur Förderung der Nach­hol­bil­dung beim Bund und Kanton zur Verfügung stehen.
(Anzug 16.5315)

Bil­dung schafft Wohl­stand. Das wird in der Poli­tik immer mal wieder ver­ges­sen.

Bil­dung schafft Wohl­stand - das ist wirk­li­ch nichts Neues. Aber offen­bar wird leicht ver­ges­sen: Dauer und Niveau der Bil­dung stehen in einem direk­ten Zusam­men­hang mit dem Wohl­stand einer Nation und mit dessen Wachs­tum.

Inves­ti­tio­nen ins Nach­ho­len eines Bil­dungs­ab­schlus­ses lohnen sich des­halb nicht nur für die ler­nen­de Person selbst (der man heute meist die Kosten auf­bür­det), son­dern auch für die Wirt­schaft eines Landes.

Ein am 21. Okto­ber 2015 erst­mals in der NZZ erschie­ne­ner Auf­satz (Kopie hier) von Prof. Dr. Ludger Wöß­mann, Ludwig-Maxi­mi­li­ans-Uni­ver­si­tät Mün­chen, Lehr­stuhl für Volks­wirt­schafts­leh­re, zeigt den Zusam­men­hang dif­fe­ren­ziert und trotz­dem klar.

Der Vor­spann (Lead) dürfte nicht vom Autor, son­dern von der NZZ stam­men. Es steht - sagen wir es posi­tiv - in einem inter­es­san­ten Span­nungs­ver­hält­nis zum Inhalt des Auf­sat­zes.

Das SBFI gibt eine Über­sicht über seine Anstren­gun­gen im Bereich der Berufs­aus­bil­dung für Erwach­se­ne

Bund, Kan­to­ne und die Sozi­al­part­ner haben im Rahmen der Fach­kräft­e­initia­ti­ve FKI gemein­sam die Web­sei­te «Fach­kräf­te Schweiz» lan­ciert. Dort wird unter ande­rem ein Über­bli­ck über die Mass­nah­men des Bundes zu «Berufs­ab­schluss und Berufs­wech­sel für Erwach­se­ne»seit Erschei­nen des 2014 publi­zier­ten Berichts zur The­ma­tik gege­ben. Danach laufen

Vier Teil­pro­jek­te:

  • Schaf­fung poli­ti­scher Grund­la­gen für die För­de­rung des Berufs­ab­schlus­ses für Erwach­se­ne
  • Anpas­sun­gen des bestehen­den Leit­fa­dens für die Vali­die­rung von Bil­dungs­leis­tun­gen, neuer Leit­fa­den mit dem Arbeits­ti­tel «Erwach­se­nen­ge­rech­tes Aus­bil­den und Prüfen»
  • Prü­fung des Zugangs zu Infor­ma­tio­nen für Ziel­grup­pen, Bera­ten­de und Betrie­be und Sen­si­bi­li­sie­rungs­be­darf
  • Fragen der Finan­zie­rung, Beglei­tung und Koor­di­na­ti­on

Zwei Stu­di­en:

  • Bedürf­nis­se der Arbeit­ge­ben­den (Flyer)
  • Bedürf­nis­se und Erfah­run­gen von erwach­se­nen Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten einer beruf­li­chen Grund­bil­dung

Buch «Berufs­ab­schluss für Erwach­se­ne in der Schweiz» erschie­nen, Ein­la­dung zur Ver­nis­sa­ge

Der hep-verlag lädt auf den 30. Juni 2016 zur Ver­nis­sa­ge ein, vgl. Flyer. Gäste sind will­kom­men!

Die Ver­an­stal­tung findet im Anschluss an den um 17.15 begin­nen­den Vor­trag «Berufs­bil­dung für Erwach­se­ne: Initia­ti­ven auf Bun­des­ebe­ne» statt, der eben­falls öffent­li­ch ist und eine Über­sicht über den Stand der Arbei­ten im SBFI und in ande­ren Bun­des­äm­tern geben wird. (Anmel­dung an Markus.maurer@phzh.ch )

Inter­pel­la­ti­on (NR): Zugang zur Arbeit für Migrant/​innen durch Vali­die­rung för­dern

NR Jac­ques-André Maire reich­te am 15. März 2016 eine Inter­pel­la­ti­on mit dem Titel «Favo­ri­ser l’accès au tra­vail pour les per­son­nes au béné­fice du statut de réfu­gié et d’une admis­si­on pro­vi­so­ire par la vali­da­ti­on des acquis» ein. (16.3091) Er fragt darin den BR, ob er im Vali­die­rungs­ver­fah­ren auch ein beson­ders gutes Instru­ment sähe um die Inte­gra­ti­on von vor­läu­fig Auf­ge­nom­men und Flücht­lin­gen in den Arbeits­markt und die Bil­dung zu erleich­tern. Ob er zudem bereits sei, die Kan­to­ne und OdA zu ermu­ti­gen, sys­te­ma­ti­scher auf dieses Instru­ment zurück­zu­grei­fen.

Update 4. Mai 2016: Stel­lung­nah­me des BR
Ziel des Vali­die­rungs­ver­fah­rens ist nicht eine all­ge­mei­ne Kom­pe­tenz­bi­lan­zie­rung, son­dern die Zer­ti­fi­zie­rung eines eid­ge­nös­si­sch aner­kann­ten Abschlus­ses. Es eignet sich nur, wenn inter­es­sier­te Per­so­nen die erfor­der­li­chen Pra­xis­jah­re vor­wei­sen und ver­gleich­ba­re Kennt­nis­se haben. Zur­zeit werden Grund­la­gen für die Anrech­nung von Bil­dungs­leis­tun­gen und erwach­se­nen­ge­rech­te Ange­bo­te ent­wi­ckelt. Die Ver­bes­se­rung der beruf­li­chen Inte­gra­ti­on von vor­läu­fig Auf­ge­nom­me­nen und Flücht­lin­gen ist ein wich­ti­ges Anlie­gen des Bun­des­rats. Wei­te­re Mass­nah­men werden gemein­sam von SBFI und SEM geprüft.

Pos­tu­lat (Kt. Zürich): Erwei­te­rung erwach­se­nen­ge­rech­tes Ange­bot

Mit Pos­tu­lat 138/​2016, ein­ge­reicht am 11. April 2o16 von Karin Fehr Thoma (Grüne, Uster), Jac­que­line Peter (SP, Zürich) und Hans­pe­ter Hugen­to­bler (EVP, Pfäffikon), wird der Regie­rungs­rat gebe­ten, «das Ange­bot an erwach­se­nen­ge­rech­ten Berufs­bil­dungs­an­ge­bo­ten aus­zu­bau­en, ins­be­son­de­re für stark nach­ge­frag­te Berufe in Bran­chen mit Fachkräftemangel.
Ent­wick­lung sowie Bereit­stel­lung der ent­spre­chen­den Ange­bo­te sollen in enger Zusam­men­ar­beit mit den betrof­fe­nen Orga­ni­sa­tio­nen der Arbeits­welt und wo nötig in Koor­di­na­ti­on mit ande­ren Kan­to­nen erfol­gen.»

In der Begrün­dung wird auf die Mög­lich­keit hin­ge­wie­sen, För­der­gel­der beim Bund zu bean­tra­gen.

«10vor­10» berich­tet über die The­ma­tik

Im Anschluss an das Spit­zen­tref­fen der Ver­bund­part­ner zur Berufs­bil­dung berich­te­te «10vor­10» am 18. April 2016 über die Zahl der Per­so­nen ohne Berufs­ab­schluss (550’000) und deren Nach­tei­le auf dem Arbeits­markt (9% statt 4.5% Arbeits­lo­sig­keit nach ILO). Zwei Per­so­nen wurden vor­ge­stellt, eine junge Schwei­ze­rin, die nach der Schule keine Lehr­stel­le fand und ein Schrei­ner aus der Slo­wa­kei ohne Schwei­zer Abschluss. Tra­vail­Su­is­se pos­tu­lier­te eine Kon­zen­tra­ti­on auf 50’000 Per­so­nen zwi­schen 25 und 44. Viel mehr war nicht zu erfah­ren.

Das Spit­zen­tref­fen der Ver­bund­part­ner befasst sich mit der Qua­li­fi­zie­rung von Erwach­se­nen.

Am 18. April 2016 fand unter der Lei­tung von Bun­des­prä­si­dent Johann N. Schnei­der-Ammann das dies­jäh­ri­ge Spit­zen­tref­fen der Ver­bund­part­ner der Berufs­bil­dung statt. Gemäss der Medi­en­mit­tei­lung dienen die «Fach­kräft­e­initia­ti­ve plus» und das Bun­des­ge­setz über die Wei­ter­bil­dung (das aller­dings erst am 1.1.1917 in Kraft gesetzt werden wird, Wt) bereits heute dazu, die Arbeits­markt­si­tua­ti­on betrof­fe­ner Per­so­nen nach­hal­tig zu ver­bes­sern.

Im Laufe des Jahres soll eine über­ar­bei­te­te Fas­sung des Leit­fa­dens für die Vali­die­rung von Bil­dungs­leis­tun­gen und ein neuer Leit­fa­den „Erwach­se­nen­ge­rech­tes Aus­bil­den und Prüfen“ publi­ziert werden.

1917 soll eine Sen­si­bi­li­sie­rungs­of­fen­si­ve gestar­tet werden, welche auf die The­ma­tik „Beruf­li­che Qua­li­fi­zie­rung von Erwach­se­nen“ auf­merk­sam machen soll, z.B. unter dem Titel „Meine Toch­ter macht ein EFZ – ich auch“. Weiter planen die Ver­bund­part­ner bis 2017 im Bereich „Beruf­li­che Qua­li­fi­zie­rung von Erwach­se­nen“ eine Inten­si­vie­rung der eige­nen bran­chen- resp. ziel­grup­pen­spe­zi­fi­schen und mög­lichst nie­der­schwel­li­gen Infor­ma­ti­ons­ak­ti­vi­tä­ten. (Mass­nah­men­pa­pier)

Die Medi­en­mit­tei­lun­gen des Schwei­ze­ri­schen Gewer­be­ver­ban­des und des Schwei­ze­ri­schen Arbeit­ge­ber­ver­bands äus­sern sich zu ande­ren Aspek­te der Ver­hand­lun­gen, doch scheint die Not­wen­dig­keit unbe­strit­ten zu sein, wird doch der SGV mit der Aus­sa­ge «Nur in der Ver­bund­part­ner­schaft gelingt es, die Berufs­bil­dung und hier ins­be­son­de­re auch die beruf­li­che Qua­li­fi­zie­rung von Erwach­se­nen zu stär­ken.» zitiert. Die Medi­en­mit­tei­lung des Schwei­ze­ri­schen Gewerk­schafts­bun­des äus­sert sich im letz­ten Abschnitt zu «Mass­nah­men für Nach­ho­len­de». Er erach­tet es als vor­dring­li­ch, dass mög­lichst viele Erwach­se­ne über einen Berufs­bil­dungs­ab­schluss ver­füg­ten und habe des­halb beim Tref­fen erneut ent­spre­chen­de Mass­nah­men für alle gefor­dert, die einen sol­chen Abschluss nach­ho­len wollen.

Die Neue Luzer­ner Zei­tung zitiert eine sda-Mel­dung, wonach laut Tra­vail-Suisse-Prä­si­dent Adrian Wüth­rich «rea­lis­ti­scher­wei­se» etwa 50’000 der 550’000 Per­so­nen ohne Abschluss noch einen sol­chen erwer­ben können.

An der 1. Fach­ta­gung des Natio­na­len Pro­gramms zur Prä­ven­ti­on und Bekämp­fung von Armut wurden zwei Pro­gram­me zur Nach­hol­bil­dung prä­sen­tiert.

Am 25. Januar 2016 fand in Bern die erste Fach­ta­gung des Natio­na­len Pro­gramms zur Prä­ven­ti­on und Bekämp­fung von Armut statt (Doku­men­ta­ti­on). Zur Berufs­bil­dung für Erwach­se­ne wurden zwei Pro­jek­te prä­sen­tiert, «ENTER vom Bitt­gang zum Bil­dungs­gang» aus dem Kt. Basel (Prä­sen­ta­ti­on) und das Pro­jekt «Aus­bil­dung Migran­ten Holz» der Tech­ni­schen Fach­schu­le Bern (Prä­sen­ta­ti­on).