Der Kanton Bern will die Zahl der Berufs­ab­schlüs­se für Erwach­se­ne in fünf Jahren um 50% steigern.

Das Mit­tel­schul- und Berufs­bil­dungs­amt des Kan­tons Bern hat sich zum Ziel gesetzt, die Berufs­ab­schlüs­se von Erwach­se­nen im Kanton Bern in den nächs­ten fünf Jahren min­des­tens um 50% zu stei­gern. (Mel­dung)

Erwach­se­ne sollen Abschlüs­se rea­li­sie­ren können, die einem Bedarf der Arbeits­welt ent­spre­chen. Infor­ma­ti­on, Bera­tung und Beglei­tung müssen ein­fach zugäng­lich und auf die Bedürf­nis­se der Erwach­se­nen abge­stützt sein, damit sie die Bil­dungs­gän­ge und Qua­li­fi­ka­ti­ons­ver­fah­ren erfolg­reich abschlies­sen können. Die Mög­lich­keit, als erwach­se­ne Person einen Berufs­ab­schluss oder Berufs­wech­sel zu machen, soll bil­dungs­po­li­tisch und gesell­schaft­lich eine breite Aner­ken­nung erhalten. 

Diese Ziele und die Mass­nah­men dazu hat das Mit­tel­schul- und Berufs­bil­dungs­amt in einer Stra­te­gie für den Zeit­raum 2017-2024 fest­ge­legt: Down­load in Deutsch - in Fran­zö­sisch

Die PH Zürich führt 2017 wieder sechs Abend­ver­an­stal­tun­gen zur Berufs­bil­dung für Erwach­se­ne durch.

Seit 2014 führt die PH Zürich jähr­li­ch sechs Abend­ver­an­stal­tun­gen zur Berufs­bil­dung für Erwach­se­ne durch, die anschlies­send meist zusam­men­ge­fasst und publi­ziert werden. Der vor­lie­gen­de Bei­trag listet die 2017 durch­ge­führ­ten Ver­an­stal­tun­gen auf und nennt Links zu Prä­sen­ta­tio­nen und Zusam­men­fas­sun­gen. Zusa­men­fas­sun­gen der Vor­trä­ge und Doku­men­te aus frü­he­ren Jahren finden Sie unter 2016 2015 2014.

Pro­gram­me der Kan­to­ne Bern und Solothurn

10. Januar 2017

Der Kanton Bern hat ein Kon­zept zur För­de­rung des Berufs­ab­schlus­ses ent­wi­ckelt, das von der Pro­jekt­lei­te­rin Maja Huber vor­stellt wurde.
Prä­sen­ta­ti­on Zusam­men­fas­sung

Das Schwei­zer Fern­se­hen hat mehr­fach über ein Ange­bot aus dem Kanton Solo­thurn berich­tet: die Vor­be­rei­tung von Schicht­ar­bei­tern auf den Abschluss als Pro­duk­ti­ons­me­cha­ni­ker. Weiter ist das Ange­bot des EBZ Olten bekannt. Renato Del­fi­ni, der von Anfang an dabei war, gab eine Über­sicht über die Akti­vi­tät im Kanton Solo­thurn, bei­spiels­wei­se wie es mög­lich war, dass der Kan­tons­rat im Rahmen einer Spar(!)debatte die Gebühr für die Zulas­sung zur Nach­hol­bil­dung nicht erhöht, son­dern gestri­chen hat!
Prä­sen­ta­ti­on Zusam­men­fas­sung

Aus­bil­dungs­chan­cen für Erwach­se­ne in der Arbeitswelt

13. März 2017

Wer eine Berufs­aus­bil­dung nach­ho­len will braucht einen Aus­bil­dungs­platz. Meist sogar zwei: eine Berufs­fach­schu­le und einen Aus­bil­dungs­be­trieb. An diesem Abend ging es um die Frage, welche Unter­neh­men bereit sind, auch Erwach­se­ne in die Aus­bil­dung auf­zu­neh­men. Cäci­lia Märki, Dach­ver­band der Wei­ter­bil­dung SVEB, unter­sucht, welche Betrie­be «Chan­cen­ge­ber» sind, was sie aus­zeich­net und was sie erwarten.
Véro­ni­que Polito, Mit­glie­der der Geschäfts­lei­tung der UNIA, die sich seit Jahren mit Berufs­bil­dungs­fra­gen befasst, ver­trat an diesem Abend die Arbeit­neh­mer­sei­te. Prä­sen­ta­ti­on C. Märki Prä­sen­ta­ti­on V. Polito  Zusam­men­fas­sung der beiden Vorträge

Berufs­bil­dung für Erwach­se­ne: Neue Ansät­ze in den Kan­to­nen Zürich und Tessin

18. Mai 2017

Der Kanton Zürich ent­wi­ckelt – mit Unter­stüt­zung des Bundes – sein System zum Erwerb von Abschlüs­sen durch Erwach­se­ne weiter. Chris­ti­na Vögtli, MBA Zürich, berich­tet über erste Ergeb­nis­se des von ihr gelei­te­ten Zür­cher Pro­jekts «Nach- und Höher­qua­li­fi­zie­rung auf der Ebene der beruf­li­chen Grund­bil­dung»  Down­load Präsentation

Was läuft eigent­lich bezüg­lich der Berufs­bil­dung für Erwach­se­ne im Tessin? Dieser Kanton ent­wi­ckelt immer wieder eigene, über­ra­schen­de Ansät­ze, wenn es um die Wei­ter­ent­wick­lung des Bil­dungs­sys­tems geht. Furio Bed­narz, Divi­sio­ne della for­ma­zio­ne pro­fes­sio­na­le, berich­tet (in Deutsch) vom Tes­si­ner Pro­jekt «Zweite Chance» und ande­ren ein­schlä­gi­gen Mass­nah­men.  Down­load Präsentation

Zusam­men­fas­sung der beiden Vorträge

Wirk­sa­me Beglei­tung der Ler­nen­den - Vor­stel­lun­gen und Erfahrungen

29. Juni 2017

Emil Wett­stein, Berufs­bil­dungs­pro­jek­te, berich­tet ein­gangs über die für «Modell 2025» ange­stell­ten Über­le­gun­gen zur Beglei­tung von Erwach­se­nen wäh­rend der Pla­nung und der ergän­zen­den Aus­bil­dung von Erwach­se­nen auf dem Weg zum Berufsabschluss.
Prä­sen­ta­ti­on Refe­rat (ergänzt) 
Anschlies­send werden zwei Begleit­an­ge­bo­te vorgestellt:

  • Fabi­en­ne Hostett­ler, Rea­li­sAc­tion, beglei­tet im Rahmen von frac Biel-Bienne seit Jahren Erwach­se­ne bei der Rea­li­sie­rung ihrer Berufs­aus­bil­dung, u.a. auch für die Stan­ley Thomas John­son Stif­tung Bern (vgl. Vor­trag vom 12. Sep­tem­ber). Prä­sen­ta­ti­on Zusam­men­fas­sung
  • Mathi­as Zim­mer­mann stellt die «Abend­ein­hei­ten» vor, der Beglei­tung von Erwach­se­nen im Rahmen des Pro­gramms proBIP DUAL in Schlie­ren. Prä­sen­ta­ti­on Zusam­men­fas­sung
Ent­wick­lung und neue Ansät­ze in der Berufs­bil­dung für Erwachsene

12. Sep­tem­ber 2017, 17:15 – 19.00 (Ort, Zeit, Anmel­dung)

«2. Chance für eine 1. Aus­bil­dung», ein Pilot­pro­jekt der Stan­ley Thomas John­son Stif­tung Bern. Guido Münzel, Geschäfts­lei­ter der Stif­tung, berich­tet über die ersten 18 Monate nach Start des Pro­jekts und zieht eine erste Zwischenbilanz.
Berufs­bil­dung für Erwach­se­ne aus der Sicht der Berufs­bil­dungs­äm­ter. Beat Schuler, Leiter des Amts für Berufs­bil­dung Zug und Prä­si­dent der Koor­di­na­ti­ons­grup­pe Berufs­ab­schluss für Erwach­se­ne der Schwei­ze­ri­schen Berufs­bil­dungs­äm­ter-Kon­fe­renz berich­tet aus seinem Kanton und aus der Arbeit der Koor­di­na­ti­ons­grup­pe.

For­schung zum Berufs­ab­schluss für Erwachsene

30. Novem­ber 2017, 17:15 – 19.00 (Ort, Zeit, Anmel­dung)

Das SBFI hat 2016 zwei Unter­su­chun­gen in Auf­trag gegeben:

  • Bedürf­nis­se der Arbeitgebenden
  • Befra­gung der Absol­ven­tin­nen und Absolventen

Die Pro­jekt­lei­te­rin, Irene Kriesi, EHB, wird berich­ten, welche Erkennt­nis­se zu den Bedürf­nis­sen der Arbeit­ge­be­rin­nen und Arbeit­ge­ber gefun­den wurden. Sabina Schmid­lin, across•concept GmbH, und Martin Schmid, PH FHNW, werden die Resul­ta­te der Befra­gung von Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten darstellen.

«10vor10» berich­tet über Per­so­nen ohne Abschluss und die Berufs­bil­dung für Erwachsene.

«10vor10» vom 18. August (Down­load) berich­tet in einem ersten Bei­trag über die Arbeits­lo­sig­keit von Per­so­nen ohne Abschluss (zur­zeit 9% anstel­le von 4.3% bei allen Erwerbs­tä­tig­kei­ten und beschreibt die Situa­ti­on von einer von rund 2000 jungen Müt­tern ohne Aus­bil­dung, im kon­kre­ten Fall von einer 22-jäh­ri­gen Frau mit einem 6-jäh­ri­gen Sohn, die eine kauf­män­ni­sche Aus­bil­dung nach­ho­len möchte.
Im zwei­ten Bei­trag wird (einmal mehr) die Aus­bil­dung zum Pro­duk­ti­ons­me­cha­ni­ker beschrie­ben, die Fraisa Hol­ding ihren Mit­ar­bei­ten­den ermög­licht. Der SGB (Daniel Lam­part) ver­langt mehr Ange­bo­te, das Berner MBA (Theo Ninck) zeigt sich offen und bedau­er­te den gerin­gen Infor­ma­ti­ons­stand der Betrof­fe­nen und die man­geln­de Bereit­schaft der Bran­chen­ver­bän­de, aktiv zu werden.
Georg Shel­don ver­weist auf die Ursa­chen des sin­ken­den Stel­len­an­ge­bots für Unge­lern­te. Der Anteil unge­lern­ter Arbeits­kräf­te ist in Indus­trie und Gewer­be von 48% im Jahr 1980 auf 24% im Jahr 2010 gesun­ken (FAI Uni Basel).

«Fach­kur­se» der SAH Bern sind eine wert­vol­le Form von Kurz­aus­bil­dun­gen für Erwachsene

Bei der Berufs­aus­bil­dung für Erwach­se­ne steht der Erwerb eines eidg. aner­kann­ten Abschlus­ses (meist EBA oder EFZ) im Vor­der­grund. Für viele Inter­es­sier­te dauert die dazu not­wen­di­ge Aus­bil­dung aber zu lange, wes­halb kür­ze­re Aus­bil­dun­gen von eini­ger Bedeu­tung sind (vgl. Maurer, Wett­stein, Neu­haus, S. 68-70). Dies gilt unter ande­rem für viele immi­grier­te Per­so­nen, vgl. auch den Bericht der AOZ.

Für aner­kann­te Flücht­lin­ge und vor­läu­fig auf­ge­nom­me­ne Per­so­nen bietet das SAH Bern im Rahmen der Abtei­lung FOKUS sog. Fach­kur­se an. Das sind Lehr­gän­ge von meist sechs Mona­ten Dauer, umfas­send eine zwei­mo­na­ti­ge voll­schu­li­sche Ein­füh­rung und ein vier bis sieben Monate dau­ern­des Prak­ti­kum im 1. Arbeits­markt mit beglei­ten­dem Unter­richt von 1-2 Tage/​Woche.

Es gibt Fach­kur­se für Gast­ge­wer­be, Rei­ni­gung, Haus­war­tung, Pflege (12 Monate) und ab Sep­tem­ber 2016 für «Haushelfer/​in Spitex». Jeder Kurs wird zwei­mal jähr­lich durch­ge­führt, es stehen jähr­lich ca. 100 Plätze zur Ver­fü­gung (ab Sep­tem­ber 130). Das Pro­gramm wird von der Gesund­heits- und Für­sor­ge­di­rek­ti­on des Kan­tons Bern finanziert.

Im schu­li­schen Teil der Fach­kur­se geht es um Fach­kennt­nis­se und Deutsch für den Tätig­keits­be­reich. Weiter gehört eine inten­si­ve Beglei­tung dazu, mit der u.a. sicher gestellt wird, dass das Prak­ti­kum erfolg­reich ver­läuft, die beste Vor­aus­set­zung für einen Über­tritt in die Erwerbsarbeit.

Die Teil­neh­men­den in den Fach­kur­sen Pflege, Haushelfer/​in Spitex und Gast­ge­wer­be erhal­ten ein Zer­ti­fi­kat, das schweiz­weit aner­kannt ist. In den Fach­kur­sen Rei­ni­gung und Haus­war­tung wird der Fach­un­ter­richt von der Berufs- und Fort­bil­dungs­schu­le Bern erteilt, die den Teil­neh­men­den eben­falls eine Bestä­ti­gung abgeben.

Vor­aus­set­zung für die Auf­nah­me sind Deutsch­kennt­nis­se auf Niveau A2 bis B1. Die Teil­neh­men­den - meist zwi­schen 25 und 49 Jahre alt - leben meist seit ein bis zwei Jahre in der Schweiz. Nach Abschluss des Fach­kur­ses wech­seln sie in die SAH-Abtei­lung «Pas­se­par­tout», in der es um die Ver­mitt­lung in eine Stelle im 1. Arbeits­markt oder in eine Lehr­stel­le geht.

Min­des­tens 60% der Teil­neh­men­den finden so innert 12 Mona­ten nach Ein­tritt in den Fach­kurs eine Erwerbs­ar­beit und haben eine erste beruf­li­che Aus­bil­dung erwor­ben, auf der sie zu gege­be­ner Zeit auf­bau­en können.

Obige Dar­stel­lung basiert auf Anga­ben von Frau Regula Hun­ger­büh­ler, Lei­te­rin der Abtei­lung Fokus bei SAH-Bern. Wir danken für Frau Hun­ger­büh­ler für ihre Bereit­schaft zum Gespräch!

Lau­fen­de Pro­jek­te im Kanton Bern

Im Rahmen der «Bil­dungs­stra­te­gie 2016», einem Bericht des Regie­rungs­ra­tes des Kan­tons Bern, an den Gros­sen Rat, ist von zwei lau­fen­den Pro­jek­ten im Bereich der Berufs­bil­dung für Erwach­se­ne die Rede:

Förderung von Berufsabschlüssen für Erwach­se­ne (Pro­jekt in Erarbeitung)
Per­so­nen ohne for­mel­len Abschluss, aber mit viel Berufs­er­fah­rung, können im Kanton Bern über vier Wege einen Berufs­ab­schluss für Erwach­se­ne errei­chen: mit einer regulären oder verkürzten Grund­bil­dung, mit einem Lehr­ab­schluss für Erwach­se­ne oder mit einer Vali­die­rung von Bil­dungs­leis­tun­gen. Die vier Wege, die vom Bund im Jahr 2010 bestätigt wurden, sollen die Arbeitsmarktfähigkeit der betrof­fe­nen Per­so­nen erhöhen und dienen somit auch den Unter­neh­men. In ver­schie­de­nen Beru­fen wurde die Vali­die­rung von Bil­dungs­leis­tun­gen zum Erwerb von Berufsabschlüssen eingeführt und gesamt­schwei­ze­risch koor­di­niert. Bisher hat sich die Vali­die­rung aber noch nicht breit durch­ge­setzt. Zusätzliche Anstren­gun­gen sind not­wen­dig, ins­be­son­de­re im Zusam­men­hang mit dem Erwerb von Grund­kom­pe­ten­zen, um das vor- han­de­ne Fachkräftepotenzial auszuschöpfen. Zudem sind wei­te­re Formen von Berufsabschlüssen für Erwach­se­ne zu fördern, vorab die modu­la­ren Ange­bo­te des „Centre Interrégional de Per­fec­tion­ne­ment (CIP)“ in Tramelan.
Ausführliche Infor­ma­tio­nen zum Pro­jekt sind unter www​.erz​.be​.ch/​bae einsehbar.

Erwerb von Basis­qua­li­fi­ka­tio­nen durch Wei­ter­bil­dung (Pro­jekt in Umsetzung)
Um bil­dungs­be­nach­tei­lig­ten Erwach­se­nen zu ermöglichen, Lücken in ihren Basis­qua­li­fi­ka­tio­nen zu schlies­sen und ihre Arbeitsmarktfähigkeit zu erhal­ten oder zu ver­bes­sern, werden Ler­nar­ran­ge­ments bereit­ge­stellt. Diese erwach­se­nen­ge­rech­ten Lern­for­men bestehen aus einer Kom­bi­na­ti­on von indi­vi­du­el­lem und orga­ni­sier­tem Lernen in betriebs­na­hen Kursen, die mit­tels einer Web-Platt­form unterstützt werden. Die Erzie­hungs­di­rek­ti­on ist zudem an den inter­kan­to­na­len Bestre­bun­gen betei­ligt, die Hürden für den Besuch von Bil­dungs­an­ge­bo­ten im Bereich Basis­qua­li­fi­ka­tio­nen respek­ti­ve Grund­kom­pe­ten­zen abzu­bau­en. Im Rahmen der inter­in­sti­tu­tio­nel­len Zusam­men­ar­beit (IIZ) wird unter der Federführung der Erzie­hungs­di­rek­ti­on die Sprachförderung für Erwach­se­ne mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund im Kanton Bern bedarfs­ori­en­tiert koordiniert.
Ausführliche Infor­ma­tio­nen zum Pro­jekt sind unter www​.erz​.be​.ch/​w​e​i​t​e​r​b​i​l​d​ung einsehbar.

Neue Publi­ka­ti­on zur beruf­li­chen Grund­bil­dung für Erwachsene

Aus­ga­be 2015-3 der Schwei­ze­ri­schen Zeit­schrift für Wei­ter­bil­dung «EP» ent­hält ein 30-sei­ti­ges Dos­sier zum Thema «Abschlüs­se ermög­li­chen». Unter ande­rem wird vom Aner­ken­nungs­ver­fah­ren des SRK berich­tet, in dessen Rahmen jähr­lich 3000 Aner­ken­nun­gen aus­ge­spro­chen werden. Didier Juil­lerat betont die Not­wen­dig­keit, neben der Aner­ken­nung bereits erwor­be­ner Komp­ten­zen auch «créer de nou­vel­le main d’oeuvre qua­li­fiée» und stellt als Bei­spiel die Aus­bil­dung zu Uhrenmacher/​innen dar, die seit 20 Jahren modu­lar erfolgt. Erst im Anlau­fen ist eine Tes­si­ner Initia­ti­ve zur Aus­bil­dung von Ver­kaufs­per­so­nal und René Schnee­be­li fragt, was zu tun ist, damit beruf­li­che Grund­bil­dung für Erwach­se­ne den Kri­te­ri­en des Bil­dungs­raums Schweiz genügt.

Die Uhren­in­dus­trie bietet seit Jahren ein modu­la­res System an.

Die Uhren­in­dus­trie gehört zu den Bran­chen, die sich früh sys­te­ma­tisch mit der Aus­bil­dung von Erwach­se­nen beschäf­tigt haben. Seit 1994 tun sie dies mit einem modu­la­ren Pro­gramm, das zudem heute gestuft zu einem Eidg. Berufs­at­test und später zum Fähig­keits­zeug­nis führt:

Uhrenindustrie_cip

Mehr dazu in unse­rem Bericht über das dies­bzüg­li­che Ange­bot des cip in Tra­me­lan und bei der zustän­di­gen Orga­ni­sa­ti­on der Arbeits­welt, dem Con­ven­ti­on patro­na­le de l’industrie hor­lo­gè­re suisse

Berufs­bil­dung für Erwach­se­ne im Detaihandel

Der Detail­han­del gehört zu den Bran­chen mit der höchs­ten Zahl an Berufs­ler­nen­den. Auch in der Berufs­bil­dung für Erwach­se­ne ist er von beson­de­rer Bedeu­tung, unter ande­rem weil alle Wege ange­bo­ten werden, die regu­lä­re und die ver­kürz­te Grund­bil­dung, der direk­te Zugang zur Abschluss­prü­fung und das Vali­die­rungs­ver­fah­ren. Auch die Nach­fra­ge war in den ver­gan­ge­nen Jahren rela­tiv gross, einer­seits infol­ge der Ablö­sung eines Mono­pol­be­ru­fes der Post, ander­seits im Zusam­men­hang mit dem Über­gang von der zwei­jäh­ri­gen Ver­kaufs­leh­re zur drei­jäh­ri­gen Aus­bil­dung «Detail­han­dels­fach­man­n/-frau EFZ». Hier ist ein Bericht dar­über abge­legt und hier eine Mel­dung über ein Pilot­pro­jekt in Bern.

Detail­han­del: Nach­hol­bil­dung in zwei Schritten

Für Erwach­se­ne, die ihre Berufs­aus­bil­dung neben einer Erwerbs­tä­tig­keit nach­ho­len (Direk­ter Zugang zur Abschluss­prü­fung) ist es eine grosse Erleich­te­rung, wenn sie die Lehr­ab­schluss­prü­fung in zwei Schrit­ten able­gen können. Die Berufs­fach­schu­le des Detail­han­dels Bern bietet eine solche Mög­lich­keit an, wie ihr Bericht zeigt.

«Vor­leh­re 25 Plus»

Viele Inter­es­sier­te benö­ti­gen eine Auf­fri­schung ihrer Vor­kennt­nis­se, bevor sie in eine beruf­li­che Nach­hol­bil­dung ein­tre­ten können. In Bern und Thun wird jedes Jahr ein Jah­res­kurs ange­bo­ten, umfas­send zwei Tage Schule pro Woche, die par­al­lel zu einer Tätig­keit in einem Betrieb besucht werden können.Links zu den Web­sits der Anbie­ter: Berufs­bil­dungs­zen­trum IDM Thun und BFF BernEin ähn­li­ches Ange­bot bieten die Kan­to­ne Basel-Stadt und Basel-Land, vgl. die Bro­schü­re «Link zum Beruf».

Hier kann unsere Dar­stel­lung dieser Ange­bo­te her­un­ter­ge­la­den werden.

SKOS: Sti­pen­di­en statt Sozi­al­hil­fe, 2. Januar 2012

Die Schwei­ze­ri­sche Kon­fe­renz für Sozi­al­hil­fe emp­fiehlt den Kan­to­nen, das Sti­pen­di­en­wei­sen und die Sozi­al­hil­fe zu har­mo­ni­sie­ren. Sie denkt dabei aber aus­schliess­lich an Jugend­li­che und junge Erwach­se­ne: “Jugend­li­che, die eine Aus­bil­dung machen, sollen in Zukunft ihren Lebens­un­ter­halt mit­tels Sti­pen­di­en sichern können,” denn “zwei Drit­tel der Jugend­li­chen und jungen Erwach­se­nen, die Sozi­al­hil­fe bezie­hen, haben keine Berufs­aus­bil­dung” (Medi­en­mit­tei­lung, Grund­la­gen­be­richt).

Der Vor­stoss wird in den Medien gut auf­ge­nom­men, in der Poli­tik jedoch zurück­ge­wie­sen, vgl. Vor­stoss im Kanton Bern und im Kanton Basel-Stadt.