Bund beschliesst För­de­rung der Grundkompetenzen

Gemäss Beschluss des Bun­des­rats vom 8. Novem­ber 2017 unter­stützt der Bund ab kom­men­dem Jahr geziel­te Wei­ter­bil­dun­gen zur Stär­kung von Grund­kom­pe­ten­zen. (Medi­en­mit­tei­lung)
Mit dem För­der­schwer­punkt «Grund­kom­pe­ten­zen am Arbeits­platz» hat der Bun­des­rat eine Mass­nah­me ver­ab­schie­det, die im Rahmen der Fach­kräf­te­initia­ti­ve ent­stan­den ist. Ziel des För­der­schwer­punk­tes ist es, Arbeit­neh­men­den zen­tra­le Grund­kom­pe­ten­zen zu ver­mit­teln, die es ihnen erlau­ben, mit den sich stetig ver­än­dern­den Anfor­de­run­gen der Arbeits­welt Schritt zu halten. In Kursen, die auf die kon­kre­ten Anfor­de­run­gen des Arbeits­plat­zes abge­stimmt sind, sollen sich Arbeit­neh­men­de bei­spiels­wei­se grund­le­gen­de Kom­pe­ten­zen im Bereich der Infor­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­no­lo­gi­en IKT, der Spra­che oder der All­tags­ma­the­ma­tik aneig­nen. Die darin defi­nier­ten Mass­nah­men sollen es gering­qua­li­fi­zier­ten und ins­be­son­de­re älte­ren Arbeit­neh­men­den ermög­li­chen, im Erwerbs­le­ben zu verbleiben.
Der Schwei­ze­ri­sche Gewer­be­ver­band sgv betrach­tet dies als «frag­wür­di­ge Prio­ri­tät», (Medi­en­mit­tei­lung) wenn damit auf die Her­aus­for­de­run­gen der Digi­ta­li­sie­rung reagiert werde: «Lesen, Schrei­ben und Ver­ste­hen sind Grund­kom­pe­ten­zen die in der obli­ga­to­ri­schen Schul­zeit oder bei spe­zi­fi­schen Nach­hol­kur­sen ange­eig­net werden müssen. Den Anfor­de­run­gen an ein Pro­gramm des Bundes mit Fokus auf die Digi­ta­li­sie­rung kann das nicht genü­gen.» Am vier­ten Natio­na­len Spit­zen­tref­fen der Berufs­bil­dung, am 13. Novem­ber, hat sich aber die Mehr­heit der Ver­bund­part­ner für diesen För­der­schwer­punkt des WBF aus­ge­spro­chen. (Medi­en­mit­tei­lung)

Fach­kräf­te­initi­tia­ti­ve: Mass­nah­me 4, Berufs­ab­schluss und Berufs­wech­sel für Erwach­se­ne, auf der Zielgerade

Am 25. Okto­ber hat der Bun­des­rat den Zwei­ten Moni­to­ring­be­richt zur Fach­kräf­te­initia­ti­ve ver­ab­schie­det. Gemäss dem Bun­des­amt für Sta­tis­tik ist der Anteil der Erwach­se­nen in der Wohn­be­völ­ke­rung von 17% (1996) auf 13% (2006) gesun­ken und soll bis 2025 weiter auf 10% zurück gehen. (S. 25)

Seite 45f geht der Bericht auf die «Mass­nah­me 4: Berufs­ab­schluss und Berufs­wech­sel für Erwach­se­ne» ein. Die meis­ten der geplan­ten Mass­nah­men werden danach bis Ende 2017 abge­schlos­sen. Die Kam­pa­gne «Sen­si­bi­li­sie­rung Erwach­se­ne und Betrie­be» soll Ende Jahr starten.

In der Rubrik «Beson­de­re Pro­ble­me» wird aus­ge­führt: «Eine Her­aus­for­de­rung, die im Pro­jekt und mit den betrof­fe­nen Sta­ke­hol­dern (SECO, BSV, EDK) wie­der­holt the­ma­ti­siert, jedoch noch nicht befrie­di­gend gelöst wurde, ist die Finan­zie­rung der indi­rek­ten Kosten (Lebens­er­hal­tungs­kos­ten). Diese fallen an, wenn eine erwach­se­ne Person noch einen Berufs­ab­schluss erwirbt und hier- für ihr Arbeits­pen­sum redu­zie­ren muss.

Nach­hol­bil­dung: 250 Ange­bo­te - aber eine Vor­be­rei­tung für Erwach­se­ne auf einen Berufs­ab­schluss in DE, FR und IT gibt es nur für 6 Berufe.

Berufs​be​ra​tung​.ch, das «offi­zi­el­le schwei­ze­ri­sche Infor­ma­ti­ons­por­tal der Berufs-, Stu­di­en- und Lauf­bahn­be­ra­tung» nennt über 250 Ange­bo­te, mit denen sich Erwach­se­ne feh­len­de Qua­li­fi­ka­tio­nen für einen Berufs­ab­schluss (EFZ oder EBA) erwer­ben können.

Wir haben das Ange­bot auf­ge­lis­tet und durch­ge­se­hen (hier). Die Hälfte aller Ange­bo­te berei­tet auf einen von fünf Beru­fen vor (Kauffrau/​Kaufmann, FAGE, FABE, Detail­han­dels­fach­man­n/-fach­frau). Im übri­gen ist das Ange­bot beschränkt: Ledig­lich in sechs Beru­fen gibt es Ange­bo­te in drei Landessprachen(Kauffrau, Detail­han­dels­fach­mann, Logis­ti­ke­rin, Maurer, Fach­frau Haus­wirt­schaft und Gebäu­de­rei­ni­ger), in 33 wei­te­ren in einer oder zwei Spra­chen. Bei allen übri­gen Lehr­be­ru­fen sind Erwach­se­ne darauf ange­wie­sen, sich auto­di­dak­tisch vor­zu­be­rei­ten oder – wenig effi­zi­ent – als Hörer am Berufs­fach­schul­un­ter­richt der nor­ma­len Berufs­leh­re teil­zu­neh­men. (Und je nach Kanton noch Schul­geld dafür zu bezahlen.)

Offi­zi­ell gibt es ja für Erwach­se­ne vier Wege zur Vor­be­rei­tung auf ein EFZ oder ein EBA. Das ist Theo­rie: Wenn ein erwach­se­nen­ge­rech­tes Qua­li­fi­zie­rungs­an­ge­bot für die Berufs­theo­rie exis­tiert, dann ist es für einen oder bes­ten­falls für zwei der vier Wege opti­miert, so dass die tat­säch­li­che Aus­wahl noch klei­ner wird.

Soll die Zahl der Abschlüs­se von Erwach­se­nen ohne arbeits­markt­re­le­van­te Aus­bil­dung wirk­lich wach­sen, muss bei der Finan­zie­rung etwas gesche­hen. Das ist heute wohl unbe­strit­ten. Aber auch das Bil­dungs­sys­tem ist gefragt: Ein erwach­se­nen­ge­rech­tes Qua­li­fi­zie­rungs­an­ge­bot von aus­rei­chen­der Breite ver­langt eine Annä­he­rung der vier Wege damit die Qua­li­fi­ka­ti­ons­an­ge­bo­te bei allen drei erwach­se­nen­ge­rech­ten Wegen ein­ge­setzt werden können. Weiter ist eine inter­kan­to­na­le Koor­di­na­ti­on der Ange­bo­te drin­gend. Bisher haben sich die Kan­to­ne dies­be­züg­lich auf das Ange­bot für Jugend­li­che, die regu­lä­re Berufs­leh­re, und das wenig benutz­te Vali­die­rungs­ver­fah­ren beschränkt.

Neue Leit­fä­den für die Berufs­bil­dung von Erwach­se­nen sind erschie­nen bzw. in Vorbereitung

An der SBFI-Tagung: Berufs­ab­schluss für Erwach­se­ne vom 27. Sep­tem­ber 2017 stell­te Toni Mess­mer, Res­sort­lei­ter Berufs­ent­wick­lung, das glei­chen­tags publi­zier­te «Handbuch Beruf­li­che Grund­bil­dung für Erwach­se­ne» vor (Prä­sen­ta­ti­on). Es geht davon aus, dass jede Grund­bil­dung drei Phasen umfasst: Bil­dung > Zulas­sung zu einem Qua­li­fi­ka­ti­ons­ver­fah­ren > Qualifikationsverfahren.

Die Bil­dung kann in einem Betrieb­lich orga­ni­sier­ten Bil­dungs­gang, in einem Schu­lisch orga­ni­sier­ten Bil­dungs­gang oder durch Nicht for­ma­li­sier­te Bil­dung erfol­gen, wobei jede dieser drei Wege in ver­schie­de­nen Vari­an­ten mög­lich ist. Das glei­che gilt für die zwei andern Phase einer Bil­dung, vgl. die fol­gen­de Abbil­dung (hier grösser)

Vor­han­de­ne Bil­dungs­leis­tun­gen sollen und können immer ange­rech­net werden:

  • Dis­pen­sa­ti­on von Unter­richts­tei­len, in der Kom­pe­tenz der anbie­ten­den Institution
  • Dis­pen­sa­ti­on von Prü­fungs­tei­len, wofür der jewei­li­ge Kanton ermäch­tigt ist
  • zusätz­li­che indi­vi­du­el­le Ver­kür­zung der Bil­dungs­dau­er - auch dies in der Ver­ant­wor­tung des Kan­tons.

Ein wei­te­res Hand­buch, das sich mit Pla­nung und Beglei­tung der beruf­li­chen Grund­bil­dung für Erwach­se­ne befasst, ist in Vor­be­rei­tung. Ein neuer Leit­fa­den zur Vali­die­rung soll in der ersten Hälfte 2018 fertig gestellt werden. Er soll wesent­lich brei­ter aus­ge­rich­tet sein, und er soll ein­fa­cher werden.

2018/​19 führt der Bund eine Kom­mu­ni­ka­ti­ons­of­fen­si­ve zur Berufs­bil­dung für Erwach­se­ne durch.

Das SBFI ist daran ein Mandat zu ver­ge­ben für eine ziel­grup­pen­spe­zi­fi­sche Kom­mu­ni­ka­ti­ons­of­fen­si­ve zum Berufs­ab­schluss für Erwach­se­ne. Sie soll Anfang 2018 bis Ende 2019 durch­ge­führt werden. Geplant ist u.a. die Ent­wick­lung von Kom­mu­ni­ka­ti­ons­in­stru­men­ten um Betrie­be und Erwach­se­ne für den Berufs­ab­schluss für Erwach­se­ne zu sensibilisieren.

Quelle: SBFI-Tagung: Berufs­ab­schluss für Erwach­se­ne, 27. Sept. 2017

Gesi­cher­te Zahlen zur Berufs­bil­dung für Erwach­se­ne ver­füg­bar: 2015 2500 Erstabschlüsse

Am 27. Sep­tem­ber 2017 wurden die beiden Stu­di­en vor­ge­stellt, die das SBFI erstel­len liess um mehr Daten zum Thema zu bekom­men. (Tagung­un­ter­la­gen). Unter ande­rem wurden alle rund 6000 Per­so­nen um Infor­ma­tio­nen gebe­ten, die im Alter von 25 und mehr Jahren begon­nen hatten, sich auf ein EFZ oder ein EBA vor­zu­be­rei­ten und diese Vor­be­rei­tung 2015 abge­schlos­sen hatten. Erst­mals konnte recht genau bestimmt werden, wie viele von ihnen einen Erst­ab­schluss und wie viele einen zwei­ten oder wei­te­ren Abschluss erwor­ben hatten. Die bis­he­ri­gen Schät­zun­gen und Berech­nun­gen schwank­ten zwi­schen 10% und 90% Erstabschlüsse.
Die Studie von Martin Schmid, Sabina Schmid­lin, David Stefan Hischier zeigt nun auf, dass 42% der 6000 Per­so­nen, also rund 2500 zum ersten Mal eine eid­ge­nös­sisch zer­ti­fi­zier­te beruf­li­che Grund­bil­dung abge­schlos­sen haben, vgl. Abbildung

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Ein Kom­men­tar zu wei­te­ren Ergeb­nis­sen der beiden Stu­di­en wird um den 20. Okto­ber im News­let­ter der SGAB erscheinen.

Pilot­pro­jekt Inte­gra­ti­ons­vor­leh­re des Bundes: Tagungs­do­ku­men­ta­ti­on verfügbar

Ab 2018 soll die Inte­gra­ti­ons­vor­leh­re Flücht­lin­gen den Ein­stieg in die Berufs­welt erleich­tern und sie auf eine Berufs­leh­re vor­be­rei­ten. Am 27. April 2017 haben das Eid­ge­nös­si­sche Hoch­schul­in­sti­tut für Berufs­bil­dung und das Staats­se­kre­ta­ri­at für Migra­ti­on vor rund 200 Teil­neh­men­den das Pilot­pro­jekt vor­ge­stellt und die damit ver­bun­de­nen Her­aus­for­de­run­gen beleuch­tet, vgl. Doku­men­ta­ti­on und Medi­en­mit­tei­lung.

Vor­erst star­tet ein vier­jäh­ri­ges Pilot­pro­gramm mit dem Ziel, 800 bis 1000 Plätze zur Ver­fü­gung zu stellen.

Der Leit­fa­den Vali­die­rung wird in der zwei­ten Jah­res­hälf­te 2017 noch­mals überarbeitet.

Ein Schrei­ben des Staats­se­kre­ta­ria­tes für Bil­dung, For­schung und Inno­va­ti­on SBFI vom 14. Juni 2017 gibt einen Über­blick über den Stand der Arbei­ten an den beiden «Leit­fä­den», die im Rahmen des Pro­jekts «Berufs­ab­schluss und Berufs­wech­sel für Erwach­se­ne» beim ASBFI in Arbeit sind.

Die PH Zürich führt 2017 wieder sechs Abend­ver­an­stal­tun­gen zur Berufs­bil­dung für Erwach­se­ne durch.

Seit 2014 führt die PH Zürich jähr­li­ch sechs Abend­ver­an­stal­tun­gen zur Berufs­bil­dung für Erwach­se­ne durch, die anschlies­send meist zusam­men­ge­fasst und publi­ziert werden. Der vor­lie­gen­de Bei­trag listet die 2017 durch­ge­führ­ten Ver­an­stal­tun­gen auf und nennt Links zu Prä­sen­ta­tio­nen und Zusam­men­fas­sun­gen. Zusa­men­fas­sun­gen der Vor­trä­ge und Doku­men­te aus frü­he­ren Jahren finden Sie unter 2016 2015 2014.

Pro­gram­me der Kan­to­ne Bern und Solothurn

10. Januar 2017

Der Kanton Bern hat ein Kon­zept zur För­de­rung des Berufs­ab­schlus­ses ent­wi­ckelt, das von der Pro­jekt­lei­te­rin Maja Huber vor­stellt wurde.
Prä­sen­ta­ti­on Zusam­men­fas­sung

Das Schwei­zer Fern­se­hen hat mehr­fach über ein Ange­bot aus dem Kanton Solo­thurn berich­tet: die Vor­be­rei­tung von Schicht­ar­bei­tern auf den Abschluss als Pro­duk­ti­ons­me­cha­ni­ker. Weiter ist das Ange­bot des EBZ Olten bekannt. Renato Del­fi­ni, der von Anfang an dabei war, gab eine Über­sicht über die Akti­vi­tät im Kanton Solo­thurn, bei­spiels­wei­se wie es mög­lich war, dass der Kan­tons­rat im Rahmen einer Spar(!)debatte die Gebühr für die Zulas­sung zur Nach­hol­bil­dung nicht erhöht, son­dern gestri­chen hat!
Prä­sen­ta­ti­on Zusam­men­fas­sung

Aus­bil­dungs­chan­cen für Erwach­se­ne in der Arbeitswelt

13. März 2017

Wer eine Berufs­aus­bil­dung nach­ho­len will braucht einen Aus­bil­dungs­platz. Meist sogar zwei: eine Berufs­fach­schu­le und einen Aus­bil­dungs­be­trieb. An diesem Abend ging es um die Frage, welche Unter­neh­men bereit sind, auch Erwach­se­ne in die Aus­bil­dung auf­zu­neh­men. Cäci­lia Märki, Dach­ver­band der Wei­ter­bil­dung SVEB, unter­sucht, welche Betrie­be «Chan­cen­ge­ber» sind, was sie aus­zeich­net und was sie erwarten.
Véro­ni­que Polito, Mit­glie­der der Geschäfts­lei­tung der UNIA, die sich seit Jahren mit Berufs­bil­dungs­fra­gen befasst, ver­trat an diesem Abend die Arbeit­neh­mer­sei­te. Prä­sen­ta­ti­on C. Märki Prä­sen­ta­ti­on V. Polito  Zusam­men­fas­sung der beiden Vorträge

Berufs­bil­dung für Erwach­se­ne: Neue Ansät­ze in den Kan­to­nen Zürich und Tessin

18. Mai 2017

Der Kanton Zürich ent­wi­ckelt – mit Unter­stüt­zung des Bundes – sein System zum Erwerb von Abschlüs­sen durch Erwach­se­ne weiter. Chris­ti­na Vögtli, MBA Zürich, berich­tet über erste Ergeb­nis­se des von ihr gelei­te­ten Zür­cher Pro­jekts «Nach- und Höher­qua­li­fi­zie­rung auf der Ebene der beruf­li­chen Grund­bil­dung»  Down­load Präsentation

Was läuft eigent­lich bezüg­lich der Berufs­bil­dung für Erwach­se­ne im Tessin? Dieser Kanton ent­wi­ckelt immer wieder eigene, über­ra­schen­de Ansät­ze, wenn es um die Wei­ter­ent­wick­lung des Bil­dungs­sys­tems geht. Furio Bed­narz, Divi­sio­ne della for­ma­zio­ne pro­fes­sio­na­le, berich­tet (in Deutsch) vom Tes­si­ner Pro­jekt «Zweite Chance» und ande­ren ein­schlä­gi­gen Mass­nah­men.  Down­load Präsentation

Zusam­men­fas­sung der beiden Vorträge

Wirk­sa­me Beglei­tung der Ler­nen­den - Vor­stel­lun­gen und Erfahrungen

29. Juni 2017

Emil Wett­stein, Berufs­bil­dungs­pro­jek­te, berich­tet ein­gangs über die für «Modell 2025» ange­stell­ten Über­le­gun­gen zur Beglei­tung von Erwach­se­nen wäh­rend der Pla­nung und der ergän­zen­den Aus­bil­dung von Erwach­se­nen auf dem Weg zum Berufsabschluss.
Prä­sen­ta­ti­on Refe­rat (ergänzt) 
Anschlies­send werden zwei Begleit­an­ge­bo­te vorgestellt:

  • Fabi­en­ne Hostett­ler, Rea­li­sAc­tion, beglei­tet im Rahmen von frac Biel-Bienne seit Jahren Erwach­se­ne bei der Rea­li­sie­rung ihrer Berufs­aus­bil­dung, u.a. auch für die Stan­ley Thomas John­son Stif­tung Bern (vgl. Vor­trag vom 12. Sep­tem­ber). Prä­sen­ta­ti­on Zusam­men­fas­sung
  • Mathi­as Zim­mer­mann stellt die «Abend­ein­hei­ten» vor, der Beglei­tung von Erwach­se­nen im Rahmen des Pro­gramms proBIP DUAL in Schlie­ren. Prä­sen­ta­ti­on Zusam­men­fas­sung
Ent­wick­lung und neue Ansät­ze in der Berufs­bil­dung für Erwachsene

12. Sep­tem­ber 2017, 17:15 – 19.00 (Ort, Zeit, Anmel­dung)

«2. Chance für eine 1. Aus­bil­dung», ein Pilot­pro­jekt der Stan­ley Thomas John­son Stif­tung Bern. Guido Münzel, Geschäfts­lei­ter der Stif­tung, berich­tet über die ersten 18 Monate nach Start des Pro­jekts und zieht eine erste Zwischenbilanz.
Berufs­bil­dung für Erwach­se­ne aus der Sicht der Berufs­bil­dungs­äm­ter. Beat Schuler, Leiter des Amts für Berufs­bil­dung Zug und Prä­si­dent der Koor­di­na­ti­ons­grup­pe Berufs­ab­schluss für Erwach­se­ne der Schwei­ze­ri­schen Berufs­bil­dungs­äm­ter-Kon­fe­renz berich­tet aus seinem Kanton und aus der Arbeit der Koor­di­na­ti­ons­grup­pe.

For­schung zum Berufs­ab­schluss für Erwachsene

30. Novem­ber 2017, 17:15 – 19.00 (Ort, Zeit, Anmel­dung)

Das SBFI hat 2016 zwei Unter­su­chun­gen in Auf­trag gegeben:

  • Bedürf­nis­se der Arbeitgebenden
  • Befra­gung der Absol­ven­tin­nen und Absolventen

Die Pro­jekt­lei­te­rin, Irene Kriesi, EHB, wird berich­ten, welche Erkennt­nis­se zu den Bedürf­nis­sen der Arbeit­ge­be­rin­nen und Arbeit­ge­ber gefun­den wurden. Sabina Schmid­lin, across•concept GmbH, und Martin Schmid, PH FHNW, werden die Resul­ta­te der Befra­gung von Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten darstellen.

Es tut sich was: Hand­buch Beruf­li­che Grund­bil­dung für Erwach­se­ne, Vali­die­rung Medizinische/​r Praxisassistent/​in EFZ, Plakatwerbung

Es scheint, dass 2017 Eini­ges in Gang kommt:

  • Das SBFI unter­brei­tet ein «Hand­buch Beruf­li­che Grund­bil­dung für Erwach­se­ne» zur Stel­lung­nah­me (Down­load, Frist bis 15. Mai 2017).
  • Der Kanton Zürich bietet für Inter­es­sier­te aus der ganzen Deutsch­schweiz ein Vali­die­rungs­ver­fah­ren für den Erwerb des Abschlus­ses «Medizinische/​r Praxisassistent/​in EFZ» an. Am 16. März findet/​fand der erste «Obli­ga­to­ri­sche Infor­ma­ti­ons­an­lass» für Inter­es­sier­te statt. (Mehr dazu beim biz Oer­li­kon).
  • Das Lauf­bahn­zen­trum der Stadt Zürich wirbt mit Pla­ka­ten im Welt­for­mat für eine kos­ten­lo­se Beratung.

Hoffen wir, dass sich auch finan­zi­ell eini­ges tut: Wer über die nöti­gen Qua­li­fi­ka­tio­nen ver­fügt kann sich diese via Vali­die­rung oder direk­tem Zugang zur Abschluss­prü­fung mit beschei­de­nen Kosten aner­ken­nen lassen. Wer aber einen gros­sen Teil der erfor­der­li­chen Kennt­nis­se und Fer­tig­kei­ten zuerst erwer­ben muss, ist auch als Erwach­se­ner meist gezwun­gen eine Berufs­leh­re zu absol­vie­ren. Zwar wird der Lehr­lings­lohn oft etwas ange­ho­ben. Aber es ent­steht trotz­dem ein fünf­stel­li­ges Loch bei der Finan­zie­rung des Lebens­un­ter­halts. Glück­lich, wer dieses Loch via Sozi­al­hil­fe oder Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung schlies­sen kann. Viele Inter­es­sier­te schei­tern heute aber an diesem Pro­blem, vor allem wenn sie eine Fami­lie zu ernäh­ren haben!

Motion (NR) För­de­rung der Grund­kom­pe­ten­zen bei älte­ren Arbeitnehmenden

Der Bun­des­rat soll beauf­tragt werden, Mass­nah­men zu ergrei­fen, damit die Kan­to­ne die Grund­kom­pe­ten­zen älte­rer Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mer för­dern und die über das WeBiG dafür vor­ge­se­he­nen Gelder beim Bund abho­len. (Motion, Mat­thi­as Aebi­scher und Mit­un­ter­zeich­nen­de, 15.12.16, Geschäft 16.4077)

Update 2.2.17:
In seiner Stel­lung­nah­me vom 1. Febru­ar weist der Bun­des­rat darauf hin, dass die Schweiz im Quer­ver­gleich mit den OECD-Staa­ten bei älte­ren Per­so­nen eine der höchs­ten Erwerbs­tä­ti­gen­quo­ten auf­weist und auch eine beson­ders hohe Teil­nah­me von älte­ren Arbeit­neh­men­den an Wei­ter­bil­dung ver­zeich­net. Er sei sich auch den spe­zi­fi­schen Her­aus­for­de­run­gen älte­rer Arbeit­neh­men­der bewusst. In diesem Rahmen werde auch die För­de­rung von Grund­kom­pe­ten­zen the­ma­ti­siert. Im Rahmen der Umset­zung des Wei­ter­bil­dungs­ge­set­zes enga­gie­re sich der Bund gemein­sam mit den Kan­to­nen für den Erwerb und Erhalt von Grund­kom­pe­ten­zen Erwachsener.
Auf­grund der lau­fen­den Arbei­ten erach­tet der Bun­des­rat das Anlie­gen des Motio­närs als erfüllt und bean­tragt darum die Ableh­nung der Motion.

Motion (NR) Sti­pen­di­en- und Dar­le­hens­sys­tem für Wei­ter­bil­dungs­mass­nah­men älte­rer Arbeitnehmenden

Mit dieser Motion soll der Bun­des­rat beauf­tragt werden, das Sti­pen­di­en- und Dar­le­hens­sys­tem für ältere Arbeit­neh­men­de aus­zu­bau­en. (Motion, Mat­thi­as Aebi­scher und Mit­un­ter­zeich­nen­de, 15.12.17, Geschäft 16.4076)

Update 2. 2. 17:
In seiner Stel­lung­nah­me vom 1. Febru­ar weist der Bun­des­rat darauf hin, dass die Schweiz im Quer­ver­gleich mit den OECD-Staa­ten bei älte­ren Per­so­nen eine der höchs­ten Erwerbs­tä­ti­gen­quo­ten auf­weist und auch eine beson­ders hohe Teil­nah­me von älte­ren Arbeit­neh­men­den an Wei­ter­bil­dung ver­zeich­net. Er sei sich auch den spe­zi­fi­schen Her­aus­for­de­run­gen älte­rer Arbeit­neh­men­der bewusst und habe darum u.a. das WBF beauf­tragt, bis Ende April 2017 Kon­zep­te für eine all­fäl­li­ge finan­zi­el­le Unter­stüt­zung von Wei­ter­bil­dun­gen zu ent­wi­ckeln, für gering­qua­li­fi­zier­te Erwerbs­tä­ti­ge und ins­be­son­de­re ältere Arbeit­neh­men­de. Das Instru­ment «Sti­pen­di­en und Dar­le­hen» werde aller­dings nicht wei­ter­ver­folgt, da damit die Arbeits­markt­re­le­vanz nicht opti­mal sicher­ge­stellt werden könne und es zudem wei­test­ge­hend in die Zustän­dig­keit der Kan­to­ne falle.
Auf­grund der lau­fen­den Arbei­ten erach­tet der Bun­des­rat das Anlie­gen des Motio­närs als erfüllt und bean­tragt des­halb die Ableh­nung der Motion.

Pos­tu­lat (NR) Wei­ter­bil­dungs­fonds für ältere Arbeitnehmende

Mit diesem Pos­tu­lat soll der Bun­des­rat beauf­tragt werden, Mass­nah­men und Finan­zie­rungs­in­stru­men­te zur Unter­stüt­zung der Wei­ter­qua­li­fi­zie­rung und der Wei­ter­bil­dung älte­rer Arbeits­kräf­te zu prüfen, wie zum Bei­spiel die För­de­rung von Wei­ter­bil­dungs­fonds, welche Unter­neh­men für ihre Wei­ter­bil­dungs­kos­ten eine gewis­se Ent­las­tung bieten. (Pos­tu­lat von Bea Heim und Mit­un­ter­zeich­nen­den, 15.12.17, Geschäft 16.4058)

Update 2.2.17:
In seiner Stel­lung­nah­me vom 1. Febru­ar weist der Bun­des­rat darauf hin, dass die Schweiz im Quer­ver­gleich mit den OECD-Staa­ten bei älte­ren Per­so­nen eine der höchs­ten Erwerbs­tä­ti­gen­quo­ten auf­weist und auch eine beson­ders hohe Teil­nah­me von älte­ren Arbeit­neh­men­den an Wei­ter­bil­dung ver­zeich­net. Er sei sich auch den spe­zi­fi­schen Her­aus­for­de­run­gen älte­rer Arbeit­neh­men­der bewusst und habe darum u.a. das WBF beauf­tragt, bis Ende April 2017 Kon­zep­te für eine all­fäl­li­ge finan­zi­el­le Unter­stüt­zung von Wei­ter­bil­dun­gen zu ent­wi­ckeln, für gering­qua­li­fi­zier­te Erwerbs­tä­ti­ge und ins­be­son­de­re ältere Arbeit­neh­men­de. Es sollen gering­qua­li­fi­zier­te Erwerbs­tä­ti­ge und ins­be­son­de­re ältere Arbeit­neh­men­de anvi­siert werden.
Denk­ba­re Finan­zie­rungs­in­stru­men­te für die Erhö­hung der Wei­ter­bil­dungs­be­tei­li­gung können Bil­dungs­gut­schei­ne, Mass­nah­men der Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung sowie die von der Pos­tu­lan­tin vor­ge­schla­ge­nen Bran­chen­fonds sein. Ihr Ein­satz soll nun kon­kre­ti­siert werden.
Auf­grund der lau­fen­den Arbei­ten erach­tet der Bun­des­rat das Anlie­gen der Pos­tu­lan­tin als erfüllt und bean­tragt des­halb die Ableh­nung des Postulates.

Motion (NR) Wei­ter­bil­dungs­of­fen­si­ve für ältere Arbeitnehmende

Der Bun­des­rat soll beauf­tragt werden, eine Wei­ter­bil­dungs­of­fen­si­ve für ältere Arbeit­neh­men­de zu lan­cie­ren. Ziel sind die Erhal­tung der Arbeits­markt­fä­hig­keit, die Erhö­hung der Anzahl älte­rer qua­li­fi­zier­ter Fach­kräf­te im Arbeits­markt und die Ver­mei­dung unnö­ti­ger volks­wirt­schaft­li­cher Kosten. Die Offen­si­ve muss sich auf alle Qua­li­fi­ka­ti­ons­ni­veaus bezie­hen. (Motion Mar­ti­na Munz und Mit­un­ter­zeich­nen­de, 15.12.17, Geschäft 16.4057)

Update vom 2.2.17:
In seiner Stel­lung­nah­me vom 1. Febru­ar weist der Bun­des­rat darauf hin, dass die Schweiz im Quer­ver­gleich mit den OECD-Staa­ten bei älte­ren Per­so­nen eine der höchs­ten Erwerbs­tä­ti­gen­quo­ten auf­weist und auch eine beson­ders hohe Teil­nah­me von älte­ren Arbeit­neh­men­den an Wei­ter­bil­dung ver­zeich­net. Er sei sich auch den spe­zi­fi­schen Her­aus­for­de­run­gen älte­rer Arbeit­neh­men­der bewusst und habe darum ver­schie­de­ne Mass­nah­men ergrif­fen, u.a. auch Offen­si­ven und Kam­pa­gnen der betei­lig­ten Part­ner. Ins­be­son­de­re werde die Bedeu­tung von regel­mäs­si­gen Stand­ort­be­stim­mungs­ak­ti­vi­tä­ten her­vor­ge­ho­ben, die pass­ge­naue Mass­nah­men ermög­li­chen. Dies sei - im Unter­schied zu all­ge­mei­nen Offen­si­ven - gerade bei älte­ren Arbeit­neh­men­den erfolg­ver­spre­chend, da sie über indi­vi­du­el­le Erfah­run­gen und Kom­pe­ten­zen ver­fü­gen, auf die sich auf­bau­en lässt.
Auf­grund der lau­fen­den Arbei­ten erach­tet der Bun­des­rat das Anlie­gen des Motio­närs als erfüllt und bean­tragt des­halb die Ableh­nung der Motion.

Vali­die­rungs­ver­fah­ren in der beruf­li­chen Grund­bil­dung: Leit­fa­den in der Anhörung

Der Leit­fa­den «Vali­die­rung von Bil­dungs­leis­tun­gen» in der beruf­li­chen Grund­bil­dung wurde im Rahmen des Pro­jek­tes Berufs­ab­schluss und Berufs­wech­sel für Erwach­se­ne des SBFI über­ar­bei­tet. Am 21. Dezem­ber 2016 gab das Staats­se­kre­ta­ri­at die über­ar­bei­te­te Fas­sung in die Anhö­rung. Stel­lung­nah­men sind bis 16. März 2017 einzureichen.
Die Unter­la­gen können von www​.sbfi​.admin​.ch/​v​e​r​n​e​h​m​l​a​s​s​ung her­un­ter­ge­la­den werden. Der neue Leit­fa­den soll auf 1.1. 2018 in Kraft gesetzt werden.

In der Ein­lei­tung des Leit­fa­dens wird die Revi­si­on wie folgt umschrie­ben: «Die vor­lie­gen­de Über­ar­bei­tung des Leit­fa­dens zur Vali­die­rung von Bil­dungs­leis­tun­gen in der beruf­li­chen Grund­bil­dung prä­zi­siert ins­be­son­de­re die recht­li­che Grund­la­ge, redu­ziert die Anzahl der Zusatz­do­ku­men­te und führt Rege­lun­gen für andere Qua­li­fi­ka­ti­ons­ver­fah­ren sowie ent­spre­chen­de Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen ein. Für die Umset­zung der Vali­die­rung von Bil­dungs­leis­tun­gen in den Kan­to­nen erge­ben sich im Ver­gleich zum Leit­fa­den vom Sep­tem­ber 2010 nur gering­fü­gi­ge Änderungen.»

Der Aufbau der revi­dier­ten Fas­sung stimmt mit der Aus­ga­be 2010 über­ein, so dass ein Ver­gleich gut mög­lich ist. Er zeigt, dass ver­schie­de­ne Prä­zi­sie­run­gen aus den bis­he­ri­gen Zusatz­do­ku­men­ten in den Leit­fa­den über­nom­men wurden. Wei­ter­hin besteht das Vali­die­rungs­ver­fah­ren aus fünf Phasen, von denen die vierte als «Vali­die­rung» bezeich­net wird. Als Schwer­punkt wird Phase 2 «Bilan­zie­rung» bezeich­net, wobei her­vor­ge­ho­ben wird, dass die Bilan­zie­rung auch wert­voll ist, wenn kein Berufs­ab­schluss ange­strebt wird.

Der Leit­fa­den beschäf­tigt sich aus­schliess­lich mit der Aner­ken­nung vor­han­den Qua­li­fi­ka­ti­on. Die Ver­mitt­lung von Qua­li­fi­ka­tio­nen («ergän­zen­de Bil­dung») wird nur am Rande gestreift. Die Beglei­tung, deren Bedeu­tung ja immer mehr erkannt wird, beschränkt sich auf Unter­stüt­zung bei der Erstel­lung der Validierungsdossiers.

Die Arbei­ten am zwei­ten Leit­fa­den, Arbeits­ti­tel «Erwach­se­nen­ge­rech­tes Aus­bil­den und Prüfen», sind eben­falls weit fort­ge­schrit­ten; er soll dem­nächst in die Anhö­rung gehen.

Das SBFI hat zwei Stu­di­en zum Berufs­ab­schluss für Erwach­se­ne in Auf­trag gege­ben. Nun liegen erste Ergeb­nis­se vor.

Das SBFI hat 2016 zwei Stu­di­en zum Berufs­ab­schluss für Erwach­se­ne in Auf­trag gege­ben, betreffend
• die Bedürf­nis­se der Arbeit­ge­ben­den und
• die Bedürf­nis­se und Erfah­run­gen von erwach­se­nen Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten einer beruf­li­chen Grundbildung.

Nun liegen Zwi­schen­be­rich­te von beiden Stu­di­en vor, zusam­men­ge­fasst in den SBFI-News 1/​2017.

Bedürf­nis­se der Arbeits­ge­ben­den (Zwi­schen­be­richt)

Ein Team der EHB hat Sekun­där­aus­wer­tun­gen von Sta­tis­ti­ken des BfS vor­ge­nom­men und dabei u.a. fest­ge­stellt, dass der Anteil Berufs­ab­schlüs­se Erwach­se­ner an allen Berufs­ab­schlüs­sen im glei­chen Beruf gegen 60% errei­chen kann (Gebäudereiniger/​in EFZ, Uhrenarbeiter/​in EBA), wäh­rend er in andern Beru­fen bei 0% liegt (Baupraktiker/​in EBA).

Das Team inter­view­te weiter Ver­tre­tun­gen der Orga­ni­sa­tio­nen der Arbeits­welt von 13 drei- oder vier­jäh­ri­gen Lehren und den 12 ent­spre­chen­den zwei­jäh­ri­gen Aus­bil­dun­gen. Es zeigte sich, dass das Thema bekannt ist aber sich das Inter­es­se an einer Ver­meh­rung der Abschlüs­se von Erwach­se­nen bei den meis­ten OdAs in Gren­zen hält.

Der Schluss­be­richt wird zeigen, wo und wie allen­falls Ansatz­punk­te zur Stei­ge­rung des Inter­es­ses gefun­den werden können. Aus meiner Sicht ver­stärkt sich der Ein­druck, dass die Wirt­schaft die Deckung des Fach­kräf­te­man­gels - sofern ein sol­cher über­haupt exis­tiert - nicht auf diesem Weg sucht. Bei andern Berei­chen der Arbeits­welt, ins­be­son­de­re in ein­zel­nen Spar­ten von Betreu­ung und Pflege, kann es anders aussehen.

Es ist nicht zu ver­ken­nen: Impul­se für eine signi­fi­kan­te Stei­ge­rung der Zahl der Abschlüs­se von Erwach­se­nen müssen anders­wo gesucht werden.

Bedürf­nis­se und Erfah­run­gen von erwach­se­nen Absol­ven­t/​innen (Zwi­schen­be­richt)

Ein Team von across-con­cept und der FHNW unter­sucht die Bedürf­nis­se und Erfah­run­gen von Erwach­se­nen im Zusam­men­hang mit einem beruf­li­chen Erst- oder Zweitabschluss.

Der Zwi­schen­be­richt ent­hält eben­falls Sekun­där­ana­ly­sen von Sta­tis­ti­ken des BfS sowie eine aus­führ­li­che Zusam­men­fas­sung von Gesprä­chen mit 11 Per­so­nen, die sich für eine beruf­li­che Grund­bil­dung inter­es­siert, dann aber doch keine begon­nen haben. Die Gesprä­che zeigen einmal mehr, dass sowohl die Moti­va­ti­on als auch die Hin­der­nis­se viel­fäl­tig sind.

Ver­an­stal­tun­gen der Päd­ago­gi­schen Hoch­schu­le Zürich 2016

Seit 2014 führt die PH Zürich jähr­li­ch sechs Abend­ver­an­stal­tun­gen zur Berufs­bil­dung für Erwach­se­ne durch, die anschlies­send meist zusam­men­ge­fasst und publi­ziert werden. Der vor­lie­gen­de Bei­trag listet die 2015 durch­ge­führ­ten Ver­an­stal­tun­gen auf und nennt Links zu Prä­sen­ta­tio­nen und Zusam­men­fas­sun­gen. Pro­gram­me und Doku­men­te aus andern Jahren finden Sie unter 2017 2015 2014.

Berufs­ab­schluss für Erwach­se­ne aus der Sozi­al­hil­fe: Bei­spie­le aus zwei Kantonen

2. JANUAR 2016

Pilot­pro­jekt FORMAD
Anto­nel­lo Spa­gno­lo (chef de la sec­tion aide et inser­ti­on socia­le, Kanton Waadt) Prä­sen­ta­ti­on

ENTER. Berufs­ab­schluss für Erwach­se­ne der Sozi­al­hil­fe Basel-Stadt und Riehen
Silvan Surber (Pro­jekt­lei­ter, Bereich Mit­tel­schu­len und Berufs­bil­dung des Erzie­hungs­de­par­te­ments des Kan­tons Basel-Stadt) Prä­sen­ta­ti­on Zusam­men­fas­sung

All­ge­mein­bil­den­der Unter­richt (ABU) für Erwachsene

17. März 2016

Marija Baric, ABU-Lehr­per­­son am Bil­dungs­zen­trum Gesund­heit und Sozia­les Chur, den Zwei­jah­res­kurs für All­ge­mein­bil­dung im Kanton Grau­bün­den vor, Thomas Büchi, Chef­ex­per­te All­ge­mein­bil­dung, Mit­­­tel­­schul- und Berufs­bil­dungs­amt des Kan­tons Zürich, berich­te­te von Über­le­gun­gen und Erfah­run­gen aus dem Kanton Zürich.

Zwei­jah­res­kurs für All­ge­mein­bil­dung im Kanton Graubünden
Marija Baric Prä­sen­ta­ti­on

Erfah­run­gen aus dem Kanton Zürich
Thomas Büchi Prä­sen­ta­ti­on

Zusam­men­fas­sung der zwei Referate

Zusam­men­ar­beit von Behör­den und Ver­wal­tun­gen: Die Praxis im Kanton Zürich

17. Mai 2016

Podi­ums­ge­spräch
Teil­nah­me: Bri­git­te Han­sel­mann, Amt für Wirt­schaft und Arbeit (AWA), Kaspar Senn, Mit­tel­schul- und Berufs­bil­dungs­amt MBAMaris­sa Rosen­mund, Amt für Jugend und Berufs­be­rufs­be­ra­tung AJBEmil Wett­stein (Mode­ra­ti­on)

Zusam­men­fas­sung

Initia­ti­ven auf Bundesebene

30. Juni 2016

Pro­jekt «Berufs­ab­schluss und Berufs­wech­sel für Erwach­se­ne» des SBFI
Sabina Giger (Stell­ver­tre­ten­de Res­sort­lei­te­rin Matu­ri­tä­ten und Pro­jek­te, Pro­jekt­ver­ant­wort­li­che, Staats­se­kre­ta­ri­at für Bil­dung, For­schung und Inno­va­ti­on) Prä­sen­ta­ti­on

Initia­ti­ven und Aktu­el­les aus der Abtei­lung Inte­gra­ti­on (SEM)
Thomas Fuh­ri­mann (Fach­re­fe­rent, Pro­jekt­lei­ter Inte­gra­ti­ons­vor­leh­re, Staats­se­kre­ta­ri­at für Migra­ti­on) Prä­sen­ta­ti­on

Initia­ti­ven und Rolle des SECO/​der ALV
Oli­vi­er Nuss­baum (Grup­pen­lei­ter Fach­li­che Voll­zugs­un­ter­stüt­zung RAV/​LAM/​KAST, Staats­se­kre­ta­ri­at für Wirt­schaft) Prä­sen­ta­ti­on

Nie­der­schwel­li­ger Zugang zum Gesundheitswesen

13. Sep­tem­ber 2016

Die Abschlüs­se «Pflegehelfer/​in SRK» und Assistent/​in Gesund­heit und Sozia­les EBA (AGS)

Silvia Wigger Boss­hard, Direk­to­rin, SRK Schwei­ze­ri­sches Rotes Kreuz/​Kanton Zürich Prä­sen­ta­ti­on

Nicola Snozzi (Pro­rek­to­rin Gesund­heit, Berufs­bil­dungs­zen­trum Gesund­heit und Sozia­les, Sursee) Prä­sen­ta­ti­on

Berufs­bil­dung für Erwach­se­ne: Her­aus­for­de­run­gen für die Verbundpartner

10. Novem­ber 2016

Das ursprüng­lich vor­ge­se­he­ne Podi­ums­ge­spräch «Die Rolle von Bund, Kan­to­nen und Orga­ni­sa­tio­nen K020 der Arbeits­welt» wurde zu einer Tagung aus­ge­wei­tet, an der PH durch­ge­führt von der Schwei­ze­ri­schen Gesell­schaft für ange­wand­te Berufs­bil­dungs­for­schung. Tagungs­be­richt

Eine Motion (NR) ver­langt, dass Per­so­nen, die sich um Betag­te und Men­schen mit Behin­de­run­gen küm­mern, Qua­li­fi­zie­rungs­mög­lich­kei­ten erhalten.

Eine Motion von NR Pierre-André Page, SVP, ver­langt vom Bun­des­rat am 29.9.16, die nöti­gen Mass­nah­men zu tref­fen, damit Per­so­nen ohne aner­kann­te Aus­bil­dung, die für Betag­te und Men­schen mit Behin­de­run­gen arbei­ten, einer­seits berufs­be­glei­ten­de Aus­bil­dun­gen absol­vie­ren können und ande­rer­seits ihre beruf­li­chen Kom­pe­ten­zen aner­kannt und gerecht ent­löhnt werden. (Motion 16.3830)

Der Bun­des­rat bean­tragt die Ableh­nung der Motion mit fol­gen­der Begrün­dung (gekürzt):
Per­so­nen, die ihren Alltag der Betreu­ung und Pflege behin­der­ter oder betag­ter Per­so­nen widmen, leis­ten einen gros­sen Ein­satz für die Betrof­fe­nen und deren Ange­hö­ri­ge. Gleich­zei­tig ent­las­ten sie damit auch die pro­fes­sio­nel­le Pflege im Gesund­heits­we­sen. Der Bun­des­rat aner­kennt und hono­riert dieses Engagement.
Die Mög­lich­keit, dass sich betrof­fe­ne Per­so­nen ihre infor­mell erwor­be­nen Kom­pe­ten­zen und Erfah­run­gen im Pflege- und Betreu­ungs­be­reich anrech­nen lassen, ist gege­ben: Die ange­mes­se­ne Anrech­nung von Pra­xis­er­fah­rung und Bil­dungs­leis­tun­gen, die aus­ser­halb übli­cher Bil­dungs­gän­ge erbracht wurden, ist mit Art. 9 Abs. 2 BBG grund­sätz­lich gewähr­leis­tet, sei es durch die Vali­die­rung, im Rahmen einer ver­kürz­ten beruf­li­che Grund­bil­dung und/​oder Gesu­che zur Dis­pen­sa­ti­on von Bil­dungs­leis­tun­gen in for­ma­len Bil­dungs­gän­gen (Prak­ti­ka, Unter­richt oder Prü­fun­gen) stellen.
Weiter werden und der ganzen Schweiz mit der Aus­bil­dung zu «Pfle­ge­hel­fe­rin /​Pfle­ge­hel­fer SRK» eine Vor­be­rei­tung auf Auf­ga­ben in der Pflege und Betreu­ung behin­der­ter oder betag­ter Per­so­nen vor­be­rei­ten. Ver­schie­de­ne SRK-Kan­to­nal­ver­bän­de bieten zusätz­li­che Unter­stüt­zung an für Migran­tin­nen und Migran­ten, welche die oben erwähn­te Aus­bil­dung machen wollen, ins­be­son­de­re auch das SRK-Pilot­pro­jekt «Sesam», das von 2014 bis 2018 läuft.

Wei­te­re weist der Bun­des­rat auf den «Akti­ons­plan zur Unter­stüt­zung und Ent­las­tung von pfle­gen­den Ange­hö­ri­gen» hin. Er kommt zum Schluss: «Die aktu­el­len Rah­men­be­din­gun­gen zur Aus­bil­dung von pfle­gen­den und betreu­en­den Per­so­nen erfül­len die Anlie­gen des Motio­närs und werden zusätz­lich durch den Akti­ons­plan unter­stützt.» (Antrag des BR vom 09.11.2016)

Bun­des­rat lässt Kon­zep­te für die finan­zi­el­le Unter­stüt­zung von Wei­ter­bil­dung entwickeln.

Der Bun­des­rat hat an 9. Novem­ber 2016 das Eid­ge­nös­si­sche Depar­te­ment für Wirt­schaft, Bil­dung und For­schung WBF beauf­tragt, bis Ende April 2017 Kon­zep­te für die finan­zi­el­le Unter­stüt­zung von Wei­ter­bil­dun­gen zu ent­wi­ckeln und damit zur Umset­zung der Fach­kräf­te­initia­ti­ve beizutragen.
Die Instru­men­te sollen sich an gering­qua­li­fi­zier­te Erwerbs­tä­ti­ge und ins­be­son­de­re ältere Arbeit­neh­men­de rich­ten. Die Erar­bei­tung erfolgt gemein­sam mit den betrof­fe­nen Bun­des­stel­len und unter Ein­be­zug der Sozi­al­part­ner. (Medi­en­mit­tei­lung)

In Deutsch­land exis­tiert bereits eine beein­dru­cken­de Zahl von Pro­gram­men, mit denen auch Erwach­se­nen ermög­licht wird, eine Berufs­aus­bil­dung zu erwer­ben, vgl. unsere Zusam­men­stel­lung

Inter­pel­la­ti­on (NR): Eine rich­ti­ge Berufs­leh­re von drei bis vier Jahren Dauer für Flüchtlinge

NR Isa­bel­le Moret (FDP, VD) weist auf die posi­ti­ven Erfah­run­gen mit der Berufs­bil­dung hin und erkun­digt sich, ob nicht eine 3 bis 4 Jahre dau­ern­de Berufs­leh­re geschaf­fen werden sollte, die auf die Situa­ti­on der Flücht­lin­ge (oft höhe­res Alter, man­geln­de Schul­bil­dung und Spra­chen­kennt­nis­se) aus­ge­rich­tet ist. (Inter­pel­la­ti­on 16.3614)